Titelseite

Erzähl uns doch von eurer Arbeit – was ist WoMin, wann habt ihr euch gegründet und wer ist in eurem Netzwerk aktiv? Was sind die kritischen Themen, mit denen ihr euch beschäftigt?

Samantha: WoMin startete im Oktober 2013. Wir arbeiten mit ungefähr 50 verbündeten Organisationen in vierzehn Ländern in Süd-, Ost- und Westafrika zusammen. Die meisten Partnerorganisationen arbeiten zu Fragen von Landrechten, Naturressourcen, extraktiven Industrien, Umwelt- und Klimagerechtigkeit und Frauenrechten. Unsere Arbeit mit den Frauenrechtsorganisationen ist im Allgemeinen oft von Schwierigkeiten gezeichnet, da viele eher „klassische“ Geschlechterthemen wie Gewalt gegen Frauen, die (Aus-)bildung von Frauen und Mädchen und Gesundheitsfragen arbeiten. Nur eine kleine Zahl an Organisationen arbeitet im Bereich „Umwelt, Landrechte und anderer ökonomischer Gerechtigkeitsfragen“.

WoMin Southern African women and coal exchange. Photo: Heidi Augestad

War Resisters' International ist ein Netzwerk von Aktivisten und Aktivisten-Organisationen, und wir möchten, dass das in unserem Mitteilungsblett wiedergespiegelt wird; wir jammern nicht nur über den gegenwärtigen Zustand der Erde, wir versuchen ihn aktiv zu verändern. Wir hoffen, dass unsere Mitteilungsblätter die von Aktivisten auf der ganzen Welt geleistete Arbeit hervorheben. Wir begrüßen Arbeiten von erfahrenen Autoren/Aktivisten und von Personen, die ihre Geschichte zum ersten Mal erzählen.

Nick Buxton

Für alle, die mit Militarismus zu tun haben, brachten die Nachrichten über die Terrorangriffe in Brüssel ein bekanntes Gefühl der Furcht mit sich. Wir leiden, wenn wir wieder einmal Geschichten vom Verlust von Leben hören, und wir haben eine düstere Vorahnung aus dem Wissen, dass die Bomben in betroffenen Gemeinschaften hier und anderswo voraussagbar neue Runden von Gewalt und Schrecken anheizen werden. Sie schaffen die binäre Welt, die Neokonservative und Terroristen suchen: Ein Feld von permanentem Krieg, in dem unsere ganze Aufmerksamkeit und all unsere Ressourcen aufgesaugt werden – und in dem die wirklichen Krisen von Armut, Ungleichheit, Arbeitslosigkeit, sozialer Entfremdung und Klimakrise in Vergessenheit geraten.

Internationale Delegation der WRI besuchte Diyarbakır und Cizre

"Europa hat uns vergessen", das ist die bittere Aussage, die in diesen Tagen so oft im Südosten der Türkei zu hören ist. "Wir dachten, Europa stände für Menschenrechte und Frieden. Aber im Gegensatz zum Krieg in der Türkei in den 90er Jahren kümmert sich heute niemand darum, was bei uns geschieht."


Internationale Friedensorganisationen, unter ihnen die War Resisters‘ International, appellieren an die Europäische Union, die Situation in der Türkei nicht aus dem Blick zu verlieren. Der erneute Krieg in der Südost-Türkei findet weitgehend abgeschottet von der Aufmerksamkeit der internationalen Öffentlichkeit statt: Terroranschläge, der Krieg in Syrien und das Geflüchtetenthema dominieren die Agenda. Aber angesichts der Gewalt und der Menschenrechtsverletzungen in der Türkei, vor allem in den vom Krieg zwischen türkischer Regierung und PKK betroffenen Regionen in der Osttürkei, darf die europäische Politik nicht länger wegsehen. Zu diesem Zweck haben wir eine Petition eingerichtet, die sich an die Hohe Repräsentantin für Auswärtige Angelegenheiten, Mrs. Federica Mogherini, richtet. Sie kann hier unterzeichnet werden.

Mehr Informationen (auf Englisch)

Gemeinsame Erklärung

von Kriegsdienstverweigerungsgruppen aus dem östlichen Mittelmeer

Wir sind Kriegsdienstverweigerer aus der östlichen Mittelmeerregion. Unsere Region leidet schon lange unter Unterdrückung, Ungerechtigkeit, Militarisierung, Besatzung und Kriegen, wie auch unter Armut, Analphabetentum, Hunger und fehlender sozialer Infrastruktur. In dieser schwierigen Zeit, wenn unsere Region noch stärker in ein Kriegschaos zu versinken scheint, erheben wir unsere gemeinsame Stimme für Frieden und gegen die Militarisierung.

Wie lassen nicht zu, dass dieser Kreislauf der Gewalt, der durch unterdrückerische Staaten und aufgrund wirtschaftlicher Interessen ausgelöst wurde, weiter fortbesteht. Wir weigern uns, Teil dessen zu werden. Wir weigern uns, in Feindschaft zu Völkern zu stehen, die einfach eine andere Nationalität oder Religion haben. Wir werden uns nicht in diese Kriege hineinziehen lassen und in Armeen, die Tod und Zerstörung in die Region bringen.


ForscherInnen der Satyagraha Foundation haben in den letzten 18 Monaten im WRI-Archiv in Amsterdam (bei dem International Institute of Social History) gearbeitet. Unter anderem entdeckten sie dabei Schätze wie einen unpublizierten Text von Tolstoi, Materialien über den Widerstand in Frankreich während der Nazi-Besatzung und bislang unveröffentlichte Essays von Gene Sharp. Ihre Arbeit ist jetzt abgeschlossen und kann auf der Website der Stiftung eingesehen werden. 

Mit der Aussetzung der Friedensgespräche begann die Regierung der Türkei Mitte August eine Sicherheitspolitik in Kraft zu setzen, die unrechtmäßig grundlegende Rechte und Freiheiten in den Städten beschneidet, die vorwiegend von KurdInnen bewohnt sind. 

Zum ersten Mal wird sich das Magazin der WRI, Das Zerbrochene Gewehr, mit Klimawandel und Antimilitarismus befassen. Wir wollen uns mit den Verknüpfungen zwischen Umwelt- und Friedensbewegungen beschäftigen, den Verbindungen zwischen unseren Analysen von Kontrolle, Ausbeutung und Macht und den Zusammenhängen zwischen scheinbaren „Ein-Punkt-Bewegungen“. Bitte sendet uns Eure Ideen und Vorschläge möglichst bis Ende Januar an info@wri-irg.org. Die fertigen Artikel würden wir zum 15. März brauchen. Wir wünschen uns kurze Beiträge von 800 bis 1200 Worten.

Hier geht es zu mehr Infos über die spezifischen Themen.

Am Ende des internationalen “Stopping the War Business”-Seminars, teilen drei Teilnehmer mit uns ihre Ansichten. Lesen Sie sie im Folgenden.

Tuuli Vuori

Es ist gut, in Südkorea zu sein. Ich komme aus einem Land, das immer noch die Wehrpflicht unterhält, und ich habe die Hälfte meines Lebens der Arbeit mit Fragen zur Kriegsdienstverweigerung im Zusammenhang gewidmet. Das ist ein Grund, warum es sich so besonders anfühlt in Seoul zu sein, denn ich habe so viel über die Kampagnen gehört, die unsere südkoreanischen Freunde hier durchführen. 

Auf jeden Fall wusste ich nicht besonders viel über Kriegsgeschäfte, und so habe ich viel in diesem Seminar gelernt. Vielen Dank für die wirklich interessante Referenten und Workshops!

In diesem Seminar diskutierten wir über die Konsequenzen der Geschäftemacherei mit dem Krieg für den einzelnen Menschen. Wir sprachen auch über die großen und dunklen Strukturen der Kriegsprofiteure. Manchmal fühle ich mich dabei sehr klein.

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