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Salvador redet über Gewaltfreiheit:

Salvador, langjähriger Aktivist der Kriegsdienstverweigerer-Gruppe “Quinto Mandamiento” braucht dringende medizinische Hilfe.

EU, Business as usual?

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Am 19. und 20. Dezember trafen sich die europäischen RegierungschefInnen in Brüssel. Während des Gipfels stand die Stärkung der europäischen Rüstungsindustrie explizit auf der Agenda. Während die EU ansonsten Sparsamkeit predigt, ist sie bereit, die Militärausgaben zu erhöhen. Das Ziel: Die „globale Wettbewerbsfähigkeit“ der europäischen Rüstungsindustrie sicherzustellen.

Anfang Januar gelang es der Kampagne „#StopTheShipment“, zu erreichen, dass das südkoreanische Beschaffungsamt für Rüstungsgüter zwei Anfragen ablehnte, angesichts der „instabilen politischen Verhältnisse, den Tod von Menschen durch Tränengas und Beschwerden von Menschenrechtsgruppen“ Tränengas nach Bahrain zu exportieren.

Das zerbrochene Gewehr, Dezember 2013, No. 98

 

Wer die Geschichte von War Resisters International (WRI) schnell ueberfliegt, kann den Eindruck gewinnen, dass diese Organisation, die fuer viele wunderbare kleine Aktionen verantwortlich zeichnet, aber selten als Initiator grosser und wirkungsvoller Bewegungen in Erscheinung getreten ist, mit Afrika kaum etwas zu tun hat. Doch dieser erste Eindruck taeuscht. Oft im Hintergrund, ohne grosses Tamtam oder Rampenlicht, haben Kernmitglieder der WRI in den mehr als 90 Jahren seit der Gruendung von WRI in 1921 wichtige Rollen fuer bedeutsame Aspekte der Anti-kolonialismus- und Antikriegsbewegungen des Kontinents gespielt. Die Internationale Konferenz in Kapstadt, Suedafrika im Juli 2014 (link: July 2014 international conference in Cape Town, South Africa ) ist einfach die bekannteste – und vielleicht ehrgeizigtste – dieser Anstrengungen.



War Resisters' International betrauert mit der Welt den Tod von Nelson Mandela – ein Staatsman und ein Aktivist, ein Rechtsanwalt und ein politischer Gefangener, ein Befürworter direkter Aktionen und von Versöhnung. Das Leben Mandelas symbolisiert wie wenige andere zuvor den langen Weg zu Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit, der trotzdem zum Ziel führen kann (zumindest teilweise) durch entschlossenen Einsatz und Anstrengungen. Er lebte seine Überzeugungen, verbrachte 27 Jahre hinter Gittern, ohne von seinen Kernüberzeugungen abzuweichen, jedoch immer noch bereit, nach seiner Freilassung eine wesentliche Rolle zu spielen, um durch Kompromisse und Verhandlungen einen Übergang weg von der formellen Apartheid sicherzustellen. Dass dieser Übergang, der die Herrschaft der weißen Minderheit beendete, mit geringem Blutvergießen stattfand, ist einer der großen Siege der heutigen Zeit; ein Sieg, zu dem Mandela durch seine Vorbildfunktion beitrug.

Das zerbrochene Gewehr, Dezember 2013, No. 98

 

Die waffenlosen Volksaufstände in der arabischen Welt im Frühjahr 2011 waren eine Überraschung für die Welt, einmal weil die meisten Beobachter nicht erwarteten, dass Forderungen für Menschenrechte und demokratische Entscheidungsfindung in arabischen Staaten zentral werden könnten, und weil sie nicht erwarteten, dass Massenproteste vorwiegend waffenlos sein würden. Doch in der Rückschau gibt es viele Gründe, warum der „Arabische Frühling“ von Anfang an die Form annahm, die er in Tunesien, Ägypten, Bahrain, Syrien, Libyen und anderen Staaten hatte. Wie Experten für gewaltfreien zivilen Widerstand ausgeführt haben, zeigen darüber hinaus die bedeutendsten Bewegungen einige der klassischen Merkmale eines solchen Widerstandes. Auf längere Sicht haben jedoch viele Bewegungen ihre anfänglichen Versprechen nicht erfüllt, wurden durch bewaffneten Bürgerkrieg überholt (wie es schnell in Libyen und langsamer in Syrien geschah), oder es gelang ihnen nicht, ihre anfänglichen demokratischen Versprechungen zu halten – besonders in Ägypten. Die eindrucksvollen Proteste auf dem „Perlenkarussel“ in Bahrein wurden sehr schnell zertreten, und vorbeugende Angebote durch die Herrscher von Marokko und Jordanien, sie wollten Reformen in Gang setzen, um die öffentlichen Forderungen zu erfüllen, haben bislang nur die königliche Macht geschwächt. Dieser Artikel befasst sich mit den oben genannten Punkten und stellt dann einige Fragen zur Zukunft.

Das unsichtbare Gefängnis nach dem Gefängnis

Neulich fand ich beim Lesen einer Zeitung die Worte einiger junger Mädchen, die von zuhause weggegangen waren: "Wenn ich überleben will, darf ich den Leuten nicht vertrauen." Exakt diese Worte hörte ich dauernd, während ich im Gefängnis saß.

Nach meiner Entlassung schrieb ich nicht. Ich wollte, aber es war zu schwierig für mich. Obgleich ich fühlte, dass etwas in mir brodelte, konnte ich nicht herausfinden, was es war. Ich fühlte mich hilflos; ich konnte mich nicht aufraffen, irgendetwas zu tun. Ich wollte keine Leute treffen. Zu diesen Zeiten war ich besessen von dem Gedanken, alleine zu bleiben. Da ich schüchtern bin, fühlte ich mich, als hätte ich vergessen, wie man ebenbürtige Beziehungen hat. Ich war von der Angst davor überwältigt, wie Andere mich akzeptieren würden. Ich habe auch nichts getan, was mir Verluste einbringen könnte. Wiederum habe ich mich selbst gefragt, ob ich die Tatsache, dass ich im Gefängnis saß, als Ausrede benutzte, um mein wahres Ich zu verbergen. Was, wenn Gefängnis sich überhaupt nicht von der Gesellschaft unterscheidet? Ich war verwirrt über meine Entlassung in die wilde Realität, die ich vorher nicht erkannt hatte.

Editorial

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Gegen die Militarisierung der Jugend ist das Thema dieser Ausgabe des Zerbrochenen Gewehrs, gerade rechtzeitig für unsere internationale Fachtagung mit dem gleichen Titel. Wie ich in einem Gastkommentar in Peace News bereits 2002 schrieb, um effektiv zu arbeiten ist es wichtig, dass wir unseren Feind kennen, und wissen, war er tut. Mit Feind meine ich das Militär, und ich nenne das Militär ganz bewusst unseren Feind, in dem Wissen, dass in gewaltfreien Kreisen wir eigentlich keine Feinde haben sollten.

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