COnscription (CO ist die Abkürzung des englischen Begriffs für KDV): Bericht von der Ausstellung

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Albert Beale

Kriegsdienstverweigerung wird allgemein im politischen Diskurs wenig erwähnt, geschweige denn als Thema für eine Ausstellung.

Darum war es ermutigend, -und für London gewiss einmalig- , dass Filmpro – eine “von Menschen mit Behinderung geführte Filmagentur” – im Mai Kriegsdienstverweigerung (insbesondere Kriegsdienstverweigerung in der Türkei) zum Thema einer zweiwöchigen Ausstellung in einer Galerie im Osten Londons machte (http://www.filmpro.net/conscription)

Die Hauptteil der Ausstellung war eine mehr-kanalige, multidimensionale Videoshow, die von Menschen erzählt, die sich in einem Militärkrankenhaus treffen: Drei zu Untersuchende und ihre Arzt. Die Dialoge beruhen auf den Erfahrungen von Kriegsdienstverweigerern in der Türkei, beschreiben aber sehr viel allgemeinere Probleme in diesem Zusammenhang.

Die Schautafeln zeigten unter anderem Ausschnitte aus dem berüchtigten Minnesota Multiphasic Personality Inventory von 1939. Eine Weiterentwicklung davon wird heute dem Vernehmen nach zur Beurteilung der Pesönlichkeit und psychischen Zustands türkischer Wehrpflichtiger benutzt, die versuchen, ihrer Zwangsrekrutierung in das Militär zu widerstehen.

Die Ausstellung enthielt auch Transparente, die die Geschichte einzelner türkischer Kriegsdienstverweigerer erzählten, ebenso wie gesetzliche und statistische Informationen über Kriegsdienstverweigerung in der Türkei und anderswo.

Das Projekt war von dem türkischen Filmemacher Çaglar Kimyoncu initiiert worden.

Da der Termin mit dem diesjährigen Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung zusammen fiel, veranstaltete die Galerie eine Podiumsdiskussion zum Thema “Kriegsdienstverweigerung: Vom persönlichen Recht zur globalen Verantwortung”. Bei der gut besuchten Veranstaltung kamen Aktive und SpezialistInnen zu Kriegsdienstverweigerung in der Türkei, in Grossbritannien und darüber hinaus, sowie zum weiteren politischen Zusammenhang des Themas zu Wort.

Es ist schwer vorstellbar, wie die Reaktion der Besucher der Galerie auf die Ausstellung gewesen wäre, wenn sie nicht zuvor etwas von den dort behandelten Fragen erfahren hätten. Auf jeden Fall betonten viele Teilnehmende des Diskussionsabends, dass sie an dem Thema – mit dem sie sich bisher noch nicht auseinandergesetzt hatten, - interessiert seien, und einige von ihnen tauschten Kontaktdaten mit den Podiumsvortragenden aus, um durch sie mit den jeweiligen Kampagnen Verbindung aufnehmen zu können.

Übersetzer: Anne Dietrich

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