Nominierungen für die Wahlen zum Rat der WRI im Januar 2010

1. Abraham Gebreyesus Mehreteab, Eritrea/ Deutschland

Nominiert von der Deutschen Friedensgesellschaft/ Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
Email: abrahamgebr@hotmail.com

Mein Name ist Abraham Gebreyesus Mehreteab. Ich bin am 9. Februar 1971 in Eritrea geboren. Studiert habe ich Recht in Asmara für meinen ersten Grad und danach in den Niederlanden auf den Titel des LLM für internationales Recht und Recht der internationalen Organisationen. Seit 2002 lebe ich als politischer Flüchtling in Frankfurt/ Deutschland.
In den vergangenen 15 Jahren habe ich Kampagnen für das Recht der Behinderten sowie Kampagnen gegen Landminen und Unterstützung für Überlebende von Landminen betrieben, ebenso wie die Unterstützung von Kriegsdienstverweigerern in Eritrea und anderswo auf der Welt.
Aufgrund meiner persönlichen Erfahrung war die Gründung einer Blindenvereinigung in Eritrea das erste, an dem ich gearbeitet habe. Zusammen mit meinen Freunden war ich Mitglied des Gründungskomitees.
Darüber hinaus war ich als Menschenrechtsaktivist tätig, seit ich im vierten Jahr an der Asmara-Universität in Eritrea Jura studiert habe. In meiner Freizeit war ich zusammen mit einigen internationalen NRGs aktiv beteiligt an der Kampagne gegen Landminen in Eritrea und anderen afrikanischen Ländern. Ich war Mitglied der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL), die den Nobelpreis gewonnen hat. Als Überlebender einer Landmine war ich insbesondere aktiv, die Unterstützung der Landminenopfer zu organisieren. Ich schaffte es, zu vielen internationalen Konferenzen in Afrika, Asien und Europa eingeladen zu werden. Während der Konferenzen sprach ich die Themen der Landminenopfer an und stritt dafür, Landminen als Kriegswaffen abzuschaffen. Als ich 11 Jahre war, hat eine Landmine mein gesamtes Leben im Guten wie im Bösen geändert. Ich verlor meine Augen und meinen rechten Arm durch eine Landmine. 16 Jahre nach meinem Landminen-Unfall und nachdem ich als Blinder in einer Blindenschule in Asmara aufgewachsen war und gelebt hatte, wurde mein rechtes Auge mit der Hilfe internationaler Landminenaktivisten, von Freunden und vor allem der Bereitschaft der Regierung von Südafrika durch eine Hornhautoperation wiederhergestellt. Nach meiner Behandlung in Pretoria blieb ich weiterhin als Einzelperson nationaler und internationaler Menschenrechtsaktivist.
Während dieser Jahre von 1996 bis 1998, während der ich die Einsicht gewann, meine Einstellungen und Ideen vollständig auf Frieden hin zu ändern und gegen den Krieg aufzustehen, gab es Menschen, die meine Ideen und Aktivitäten beobachteten. Ohne mein Wissen nominierten sie mich für einen internationalen Preis. 1998 erhielt ich den Reebok-Menschenrechtspreis. Ich war unter den vier unter 30-Jährigen, die für ihre Menschenrechtsarbeit den jährlichen Menschenrechtspreis erhielten.
Ermutigt durch den Preis, setzte ich meine Arbeit als Landminenopfer in Eritrea fort. Ich unternahm eine Menge Bemühungen, um ein Netzwerk von Landminenopfern aus Eritrea aufzubauen, mit der Hilfe des US-amerikanischen Netzwerks von Landminenopfern in Washington, D. C. Aber leider wurde unsere Arbeit in Eritrea aufgrund der Politik der eriträischen Regierung inbezug auf NROs und aufgrund des sogenannten Grenzkriegs zwischen Eritrea und Äthiopien (1998 – 200) nicht erlaubt. Ja noch mehr, die Regierung begann die Menschenrechtsaktivisten und Menschen, die gegen den Krieg und die politische Struktur der Regierung waren, zu jagen.
Als ich begann in Deutschland zu leben, setzte ich mein Interesse an Friedensarbeit und Menschenrechtsproblemen fort. Ich arbeitete als Mitglied der eriträischen zivilen Menschenrechtsorganisation in Frankfurt und hatte das Glück, Mitglied des Koordinationskomitees für das eriträische Netzwerk von Zivilgesellschaften in Europa zu sein.
Darüber hinaus war ich einer der Koordinatoren für die Gründung der Eriträischen Antimilitaristischen Initiative (EAI) in Deutschland. Die EAI arbeitet mit Connection e. V. zusammen, einer deutschen Organisation, die zum Thema von Kriegsdienstverweigerern aus Eritrea arbeitet. 2004 hatte die EAI mit der Hilfe der WRI eine Gelegenheit, die Lage der Kriegsdienstverweigerer und die Menschenrechtssituation in Eritrea vor der UN-Menschenrechtskommission darzulegen. Ich repräsentierte die EAI und die WRI in meiner Rede vor der UNHRC.
Mit der Hilfe von Connection und anderen Kollegen glaube ich, dass ich meine Rolle gespielt habe, um die wahre Natur des gegenwärtigen Eritrea in seiner Behandlung der Menschenrechte und der militärischen Situation dazulegen. Auch wenn die Lage in meinem Lande noch immer sehr schlecht ist, bin ich noch immer der Meinung, dass ich mehr tun muss, um mein Volk in Eritrea zu beeinflussen, dass es sagt: ‚Nie wieder Krieg in Eritrea‘.
Darüberhinaus glaube ich, dass die Arbeit bei der WRI und anderen Friedensorganisationen meinem Interesse an Friedenskultur eine breitere Perspektive hinzufügen wird. Das würde mich in die Lage versetzen, eine Friedensbotschaft an Menschen in Afrika und insbesondere Eritrea zu senden, die seit Jahrhunderten in Kriegskulturen waren. Seit 2004 war ich sehr beeindruckt von der Arbeit der WRI. Ich nahm teil an den WRI-Konferenzen in Deutschland und am 15. Mai 2009 in Südkorea. Es war eine sehr gute Gelegenheit für mich, die Leute bei der WRI kennenzulernen.

2. Adriana Patricia Castaño Roman, Kolumbien

Nominiert von der War Resisters League
Email: oganesoff@hotmail.com

Ich bin Adriana Patricia Castaño Roman, tätig im Red Juvenil de Medellin, einer antimilitaristischen Organisation, die als Philosophie die aktive Gewaltfreiheit vertritt, um sie in den Bildungsprozessen und in der politischen Aktion zu leben und zu verbreiten. Seit drei Jahren entwickeln wir mit immer größerer Kraft Aktionen, um die strukturellen Ursachen des Krieges ans Licht zu bringen. Unsere Arbeit spielt sich in der Hauptsache in der Stadt ab, aber wir bauen Allianzen und Verschwisterungspakte mit einigen Organisationen auf dem Land, darunter die Bewegung Alvaro Alcue del Cauca, die Nasa-Indigenas und im Bezirk mit verschiedenen Bauernorganisationen für die Initiative eines Bioladens.
Seit 1996 gehöre ich zur Organisation und gegenwärtig helfe ich der Gruppe für aktive Gewaltfreiheit und der Initiative für eine Volksschule im Programm der Volkskommunikation. Während all dieser Jahre war ich verbunden mit der Verteidigung von Kriegsdienstverweigerern, der Verbreitung der KDV und Verfolgung der Lage der Rechte junger Leute in der Stadt, mit der Anprangerung von Zwangsrekrutierung. Vor drei Jahren habe ich mch einer feministischen Organisation verbunden, um Begleitung für Frauen zu machen, die Opfer des bewaffneten Konfliktes geworden sind, den das Land erlebt, und um die Fortdauer des Patriarchats anzuprangern und die Diskriminierung, die im Leben und Köper der Frauen aufrechterhalten wird.
Unser Vorschlag, im Rat weiterzumachen ist, inbezug auf den Kontext Lateinamerikas zu erreichen, uns als Region zu stärken, wie Prozesse und neue Gruppen in Lateinamerika zu unterstützen und anzuregen, andererseits hat uns das Netz der Internationale des Widerstands gegen den Krieg darin unterstützt, die Lage der Kriegsdienstverweigerer und die Rechtswidrigkeit der Rekrutierung aufzudecken, als Medium der Gegeninformation, und unser Beitrag ist, weiterzumachen und mit Freude, Vitalität und Überzeugung darin zu verharren, die Vorschläge zu verbreiten, die Programme des Büros in London zu unterstützen und mit mehr Kraft im Innern der Organisation teilzunehmen.

3. Albert Beale, Britain

Nominiert vom Institute for Peace Work and Nonviolent Transformation of Conflicts (IFGK), Germany
Email: worldpeace@gn.apc.org

Ich wurde in der Schule zum Pazifisten, an einem Tag, als jemand gehängt wurde, “um zu zeigen, dass es schlecht sei, Menschen zu töten”. Aber zu dieser Zeit wusste ich nicht, dass es einen Namen für diese Auffassung gab.
In der „wirklichen Welt“ habe ich als Computerprogrammierer und als Physiklehrer gearbeitet. In der Friedensbewegung umfassten meine vergangenen Arbeitsbereiche: Koordinator der (britischen) Kampagne gegen Waffenhandel (bei der ich Mitgründer war); und viele Jahre Mitherausgeber der Peace News.
Ich war aktiv beteiligt an Kampagnen gegen Militarismus (eingeschlossen mit besonderem Bezug auf Nordirland und den Nahen Osten), sowie über öffentlichen Verkehr, Atomkraft, Zensur, Recht auf sexuelle Identität, lokale Demokratie etc.
Ich habe bisher schon als Mitglied des Internationalen Rats der WRI gedient, sowohl als Repräsentant der Sektion Peace Pledge Union als auch als international gewähltes Mitglied. Gegenwärtig gebe ich die Datensammlung und das Adressbuch von Housmans für den Weltfrieden heraus, und ich bin weiterhin sehr aktiv in vielen der oben genannten Bereiche.
Während meiner Zeit im Rat der WRI habe ich versucht, aktiv und unterstützend (wenn auch ohne notwendige Debatten und Auseinandersetzungen zu vermeiden) in Diskussionen und Treffen zu sein, und persönlich mit Hinblick auf das WRI-Büro (das im selben Gebäude ist, in dem ich arbeite). Ich war nicht immer in der Lage, der WRI so viel Zeit und Gedanken zu geben, wie ich gerne würde, aber bin weiterhin der internationalen Arbeit aufs Äußerste verbunden.
Ich denke, es ist wichtig, die Kraft des existierenden WRI-Netzwerks zu nutzen, um unseren Kollegen zu helfen in Ländern, wo die existierende WRI-Verbindung und die Wahrnehmung der WRI schwach ist. Wir müssen ebenso der Einrichtung und der Entwicklung von Organisationen zum Widerstand gegen den Krieg helfen in Ländern, wo die WRI gegenwärtig gar keine Anhänger hat. Ich fühle mich auch verpflichtet, Verbindungen aufzubauen zwischen der traditionellen WRI-Klientel und Aktivisten in anderen Feldern, die Gewaltfreiheit entdecken/ nutzen.
Meine Verpflichtung auf Pazifismus und Gewaltfreiheit ist eng verbunden mit meiner Opposition zu Nationalismus und meinem Atheismus.

4. Boro Kitanoski, Makedonien

Nominiert durch FMK, War Resisters' League, Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
Email: borokitanoski@gmail.com

Ich war bereits 4 Jahre lang, seit 2006, WRI-Ratsmitglied und Mitglied im Führungskreis. Ich bin wieder nominiert worden und bewerbe mich bei der Wahl zum WRI-Rat.
1999 kam ich als Kriegsdienstverweigerer zum ersten Mal mit der WRI in Berührung, seitdem war ich bei vielen Treffen und Anlässen dabei, die die WRI organisiert oder an denen sie teilgenommen hat. 2004 habe ich mitgeholfen, ein Treffen des WRI-Rates und ein Seminar in Ohrid, Makedonien zu organisieren.
Gegenwärtig bin ich noch aktiv bei Peace Action (WRI-Mitglied) wie auch bei verschiedenen anderen Initiativen auf dem Balkan. Ich bin bei einer Vielzahl antinationalistischer und antimilitaristischer Themen im früheren Jugoslawien wie auch in der größeren Balkanregion dabei und erledige Aufgaben, die die Organisation von Kampagnen, Aktionen und Trainings einschließen.
Meine Prioritäten innerhalb der WRI in den nächsten 4 Jahren:
Nun, ich war bei KDV-Arbeit dabei und ich würde das gerne fortführen. Ich war auch dabei bei den Regionalisierungsanstrengungen der WRI, hauptsächlich in Verbindung mit der Anti-NATO-Mobilisierung in Europa, die ich, weil sie eine sehr neue und wichtige Entwicklung in der WRI ist gerne weiter fortführen würde. Ebenso würde ich gerne mehr die Vernetzung der WRI mit neuen Gruppen, die auf dem Balkan entstehen, vorantreiben und auch an die ‚alten‘ WRI-Kontakte in der Region neu anknüpfen.

5. Carlos Barranco, Spanien

Nominiert durch Vredesactie
Email: retirada@xarxaneta.org

Ich heiße Carlos Pérez Barranco und wurde 1969 in Madrid geboren, obwohl ich beinahe mein ganzes Leben in Valencia gelebt habe. Gegenwärtig arbeite ich als audiovisueller Übersetzer und Lehrer für Informatik in der beruflichen Fortbildung. 1992 habe ich meine Studien der Physik in Barcelona abgeschlossen, wo ich zum ersten Mal mit Basisbewegungen in Kontakt kam. Dort habe ich in ökologischen Gruppen mitgearbeitet und angefangen, die Kultur der Versammlungen und die gewaltfreie direkte Aktion zu erfahren. Aber erst einige Jahre später bin ich vollständig in das alles eingetaucht, als ich genauer die Existenz der Bewegung für KDV und die Verweigerungskampagne kennenlernte, und wenig später fasste ich den Entschluss, selbst bei dem zivilen Ungehorsam inbezug auf den Zwangswehrdienst mitzumachen. 1996 schloss ich mich der Gruppe des MOC in Valencia an und machte mit bei einer neuen Form der Verweigerung, genannt „Verweigerung in den Kasernen“, die darin bestand, dass Leute, die als Rekruten bereits in der Kaserne waren, öffentlich desertierten. Die folgenden Jahre, in denen ich 21 Monate im Militärgefängnis war, zusammen mit weiteren 30 verweigernden Deserteuren, waren eine Erfahrung des Lebens und der Politik von großer Bedeutung für mich, eine reiche Etappe politischen Lernens in Selbstorganisation, Organisation von Versammlungen, Basiskampagnen, gewaltfreier direkter Aktion und zivilem Ungehorsam.
Mit dem Zusammenbruch und dem Verschwinden des Militärdienstes 2001 war ich weiterhin sehr aktiv in der Organisation des MOC und versuchte, Analyse und Vorschläge beizutragen während des unsicheren Überganges hin zu einer antimilitaristischen Bewegung nach der Verweigerung. Zum Beispiel habe ich in den letzten drei Jahren versucht, die Teilnahme des MOC in einem Netzwerk pazifistischer Gruppen zu dynamisieren, die orientiert sind an der direkten gewaltfreien Aktion auf europäischer Ebene, die im Entstehen begriffen ist. Ebenso bin ich bei der Verwaltung des Portals www.animilitaristas.org. Seit kurzem arbeite ich mit der WRI als Übersetzer und Korrektor von Texten zusammen.
Für meine Arbeit im Rat der WRI hoffe ich, dass sie dazu dient, die antimilitaristische Bewegbung mit der WRI enger zu verbinden und dass dieses Band in beiden Richtungen funktioniert. Die spanische Bewegung kann damit gestärkt werden dank der historischen Tradition, die die WRI besitzt und dank der enormen Reichweite ihres Netzwerks, und ich beabsichtige, zur WRI etwas von den Perspektiven des spanischen Antimilitarismus beizutragen.

6. Helena Rill, Serbien

Nominiert durch FMK, Vredesactie
Email: hrill@gmx.net

Ich bin 1972 in Vojvodina/ Serbien geboren, und mein Engagement ist hauptsächlich von den Kriegen im früheren Jugoslawien beeinflusst, aber auch von Ungerechtigkeit und Gewalt allgemein. Ich bin aktiv im Zentrum für Gewaltfreie Aktion (CNA) in Belgrad-Sarajevo, und ich bin mit Leib und Seele dabei, meine Gesellschaft zu ändern, die voll ist von Hass, Empfindlichkeit, Nichtverstehen, Nationalismus. Ich will glauben, dass dieser Wandel möglich ist, aber Frieden zu bauen ist ein herausfordernder Prozess, und manchmal habe ich Fragen, Dilemmas und Zweifel. Doch ist meine Hartnäckigkeit verbunden mit meinem starken Glauben an die Bedeutung dieser Prozesse.
Ich begann mein Engagement auf lokaler Ebene und setzte es auf einer regionalen fort; während meines Engagements arbeitete ich am Abbau von Vorurteilen, Gewaltfreiheit, Antimilitarismus, Gender, Konfliktransformation, Vertrauen und Friedensaufbau und anderen Themen in der Gegend des früheren Jugoslawien. Ich habe beim Erdenken, Planen, Organisieren und Verfestigen der Programme im CNA mitgemacht, aber die meiste Zeit mache ich mit bei der Ausbildung in Trainings in Friedensaufbau und Aktionen zur Verbreitung von Friedensaufbau (meist durch Veröffentlichungen und Buchherausgabe).
Meine Motivation, Teil der WRI zu sein, sind Werte, die wir teilen und die ich lebe (jedenfalls versuche ich es). In Bezug auf meine Prioritäten innerhalb der Arbeit der WRI würde ich die Erfahrung im früheren Jugoslawien in Gewaltfreiheit und Friedensaufbau (bei denen ich die meisten Kenntnisse/ Erfahrungen und Kontakte mit Individuen und Organisationen auf diesem Gebiet und in der Region habe) verbinden mit der WRI-Arbeit und der Unterstützung von Planung und Organisation von Ausbildung und Aktionen innerhalb der WRI. Es ist auch wichtig für mich, die Programme zur Gewaltfreiheit in der globalisierten Welt miteinander zu verbinden. Ich würde bei der WRI gerne aktiv sein in Arbeitsgruppen zum Training in Gewaltfreier Aktion und Frauengruppen.

7. Hilal Demir, Türkei/ Spanien

Nominiert durch FMK, War Resisters League, Institute for Peace Work and Nonviolent Transformation of Conflicts (IFGK), Germany, Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
Email: demirlilith@gmail.com

Ich wurde Friedensaktivistin, Trainerin in gewaltfreier Aktion, feministische Aktivistin, lesbische Aktivistin, Öko-Aktivistin, Kriegsdienstverweigerin und möglicherweise vieles andere, was ich zu erwähnen vergessen habe, seit als ich zuerst zu der antimilitaristischen Bewegung in der Türkeit stieß in der Vereinigung der Kriegsdienstverweigerer von Izmir, als ich 18 war. Ich arbeitete mit verschiedenen Gruppen: Frauengruppen, Gruppen von Trainern in Gewaltfreiheit, Schwulengruppen und einigen anderen; gründete auch einige von ihnen, die die ersten politischen Gruppen auf dem jeweiligen Arbeitsfeld waren.
Nachdem ich mein antimilitaristisches Engagement begonnen hatte, wendete sich mein Hauptinteresse dem Feminismus und der Gewaltfreiheit zu. Da ich eine Reihe von Jahren Training für Trainer und Erfahrung habe, habe ich als Trainier in Gewaltfreier Aktion in der Türkei und auch international angefangen. Aber natürlich war ich Teil der KDV-Bewegung. Im Jahre 2005 erklärte ich zusammen mit einigen anderen Frauen meine KDV öffentlich als politische Strategie und als persönlichen Ausdruck. Nun lebe ich seit 2008 in Spanien. Ich kann mich nicht persönlich an tükischen Bewegungen beteiligen, aber arbeite noch mit ihnen zusammen, besonders über Gewaltfreiheit, indem ich die Vorteile der virtuellen Welt nutze. Ich habe gerade die erste Webseite zur Gewaltfreiheit auf Türkisch herausgebracht, die darauf abzielt, eine Quelle für Material für Trainer und Aktivisten in gewaltfreier Aktion zu werden.
Mein Ziel des Beitrags zur WRI ist die Stärkung der Verbindung zwischen der WRI und der türkischen antimilitaristischen Bewegung. Die WRI ist bereit, jede Unterstützung zu geben, und ich nutze gerne diese Energie und die internationalen Gelegenheiten, um die türkische Bewegung zu beschleunigen, die für eine Weile vor sich hin dümpelt.

8. Kerstin Bergeå, Schweden

Nominiert durch FMK
Email: kerstin.bergea@krf.se

Hi, mein Name ist Kerstin Bergeå. Leider muss ich sagen, dass ich nicht zum Treffen kommen kann. Ich bin verhindert durch ein Training von Trainern in Gewaltfreiheit in Schweden, das ich organisiere. Es ist ein Training von 21 Tagen, und ich darf das Ende nicht verpassen. Einige von euch haben mich bei dem WRI-Trainings-Austausch in Bilbao 2008 getroffen (ich war auch 2006 auf dem Treffen in Deutschland).
Die WRI ist eine kollektive und machtvolle Quelle, die dem herrschenden Militarismus Paroli bietet und das enorme Potential von Gewaltfreiheit als eine Methode und einen Lebensweg aufzeigt und immer die Betonung auf strategische Planung und Kampagnenführung legt. Es wäre für mich eine Ehre die Chance zu haben, in den Rat der WRI gewählt zu werden.
Dort könnte ich mit einer Genderperspektive über Gewaltfreiheit und Konfliktlösung beitragen. Des Weiteren habe ich große Erfahrung in gewaltfreiem Training an verschiedenen Schauplätzen wie Schweden, der Westsahara, Kolumbien und im nördlichen Uganda. Ich organisiere und veranstalte gerne kreative Arbeitsgruppenn und ich bin sehr glücklich, dass das ein Teil meiner Arbeit als Sekretär für Gewaltfreiheit bei SWEFOR ist. Ich komme von einem Hintergrund des Engagements in verschiedenen Bewegungen wie der weltweiter Gerechtigkeit (Attac Schweden) und der Frauen-Friedensbewegung, die daran arbeitet, die Resolution 1325 über Frauen, Frieden und Sicherheit zu befestigen. Ich habe auch als Friedensbeobachter 2003 – 2004 in Guatemala und Chiapas gearbeitet. Ich brauche sowohl eine nationale wie eine internationale Umgebung und würde gerne internationale Netzwerke der Zusammenarbeit aufbauen.
P. S. Wenn ihr euch fragt: Wenn ich gewählt werde, plane ich, bei allen Treffen dabei zu sein ; - )

9. Rafael Uzcategui, Venezuela

Nominiert durch Ni Casco Ni Uniforme
Email: uzcategui.rafael@gmail.com

Ich heiße Rafael Uzcátegui und bin 36 Jahre alt. Seit 13 Jahren bin ich bei der Zeitung El Libertario und ich war in den Jahren von 1995 bis 1998 bei der Bewegung für Kriegsdienstverweigerung in Venezuela, die erreichte, dass der Begriff „Kriegsdienstverweigerung“ – wenn auch in widersprüchlicher Weise – in die Verfassung aufgenommen wurde, die im Jahre 1999 entworfen wurde. Gegenwärtig bin ich Koordinator des Forschungsbereichs einer NRO in Venezuela für Menschenrechte mit dem Namen Provea.
Ich wäre gerne Mitglied des Rates der WRI, um der Organisation das Verständnis des militaristischen Phänomens in Lateinamerika nahezubringen, das historisch verbunden ist mit einem Massenphänomen, das mit dem Namen des „Populismus“ charakterisiert werden kann. Ebenso, um bei den Verbindungen zwischen der WRI und den antimilitaristischen Organisationen in Lateinamerika helfen zu können, was die Artikulation zwischen den Initiativen gegen den Krieg und den Militarimus in der Region begünstigen soll.
Schließlich, in der Hoffnung, dass sowohl die Lage Venezuelas in all ihrer Komplexheit verstanden wird, nämlich dass die verstärkte Abnutzung des Führer- und Militärprinzips, das gegenwärtig in meinem Land im Schwange ist, als auch dass die Organisation von sozialen lokalen Kollektiven und Organisationen angetrieben wird, die aufmerksam sind für die Kriegsdienstverweigerung, die Entmilitarisierung, die direkte gewaltfreie Aktion und alle darauf bezüglichen Themen.

10. Patrick Sheehan-Gaumer, USA

Nominiert von FMK, War Resisters' League
Email: sheehpa@googlemail.com

Ich war seit 1997 in der War Resisters League aktiv, als ich noch Teenager war. Ich begann in der Arbeit gegen die Militärrekrutierungen und setze sie heute fort. Ich war zweimal Mitglied im Nationalkomittee der WRL und bin der Einladende bei dieser internationalen Spezialeinheit.
Meine Zeit als Vertreter der War Resisters League bei der WRI geht zu Ende und es würde mich freuen, dem Ratn weiter als unabhängiges Mitglied zur Verfügung zu stehen.
Ich betrachte mich selbst als Pazifist und Kriegsdienstverweigerer. Ich bemühe mich darum, dem Krieg und der Gewalt täglich zu widerstehen, eine schwierige Aufgabe in den USA, wo wir den Krieg in vieler Art unterstützen ohne es zu bemerken. Ich bin Kriegssteuerverweigerer und zahle keine Steuern, die in unser Militär fließen.
Ich glaube daran, dass es wichtig ist, von anderen Ländern Taktiken zu lernen und auf ihre Perspektiven zu hören. Mein Wunsch, Mitglied des Rates zu werden, ist wahrscheinlich ebenso Eigeninteresse wie dass ich denke, ich kann dem Rat etwas anbieten. Ich liebe es, WRI-Ratstreffen zu organisieren und werde gerne freiwillig einige dieser Arten von Arbeit machen.

11. Pelao Carvallo, Chile/Paraguay

Nominiert von Ni Casco Ni Uniforme
Email: pelaocarb@gmail.com

Ich bin praktischer internationalistischer Antimilitarist: ich habe lange Zeit in Chile gelebt, dort war ich Mitglied in der Gruppe, die GOC Ni Casco NI Uniforme gegründet hat und bin jetzt in Paraguy Anreger der GAAA! (Asunción), der Revista antimilitarista latinoamericana Periférica und des Sozialzentrums und der Bibliothek La Comuna de Emma, Chana y Todas las Demás. Gerade jetzt organisieren wir den 15. Mai 2010 in Asunción. Ich unterstütze aktiv die den Aufbau eines Raumes für Antimilitarismus und Kriegsdienstverweigerung in Lateinamerika und der Karibik, ein praktisch gebautes Netzwerk ausgehend von unserer Opposition gegen Miligarismo, Waffenideologie und Staatsstreichen, die die Region in dieser letzten Zeit erlebt hat. Ich habe daran gearbeitet, dass die WRI mehr Bedeutung im Kontext von Lateinamerika und der Karibik erhält und dass mehr Organisationen und Personen von der WRI erfahren und direkt oder indirekt ihrem Netzwerk anschließen.

Seit dem Jahre 2006 bin ich im Rat der WRI und 2008 wurde ich Mitglied des Ausführungskomitees. Mich interessiert, zum Rat der WRI von einer antimilitaristischen Basisarbeit aus beizutragen, gemeinschaftlich und als Fragender. Ich interessiert außerdem, die WRI weiterhin aus dem Rat der WRI zu unterstützen, in dem ich die Arbeit, die die 2006 gegründete Arbeitsgruppe schon begonnen hat, um die WRI zu stärken und wachsen zu lassen, besonders in Lateinamerika.

12. Sergeiy Sandler, Israel

Nominiert von FMK, War Resisters' League, Institute for Peace Work and Nonviolent Transformation of Conflicts (IFGK), Germany, Deutsche Friedensgesellschaft/ Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
Email: sergeiys@gmail.com

Ich bin ein Antimilitarist, der in Israel lebt. Ich habe als Pazifist die Einberufung zur israelischen Armee verweigert (und verbrachte sogar in den 1990-ern einige Zeit im Gefängnis) und war seitdem auf diesem Arbeitsgebiet aktiv. 1996 war ich unter den Gründern der kleinen Vereinigung der Kriegsdienstverweigerer in Israel, und in den letzten zehn Jahren war ich engagiert in der israelischen antimilitaristischen Bewegung und WRI-Mitglied „New Profile“. Für unsere Arbeit der Beratung von Kriegsdienstverweigerern und Einberufungsverweigerern hat der Staat Israel mich jüngst zusammen mit elf weiteren Aktivisten von New Profile mit dem ehrenhaften Status eines Kriminalverdächtigen ausgezeichnet.

Seit 2002 gehöre ich dem WRI-Rat an und seit 2006 dem ausführenden Komittee. Im Rat beabsichtige ich, das Recht zur Verweigerung des Tötens weiterhin zum Schwerpunkt zu machen und gegen Militarismus im Allgemeinen zu arbeiten, ebenso zu tun, was ich kann, um die Lage der WRI finanziell und organisatorisch zu verbessern.

13. Stellan Vinthagen, Schweden

Nominiert von FMK, War Resisters' League, Institute for Peace Work and Nonviolent Transformation of Conflicts (IFGK), Germany
Email: stellan.vinthagen@gmail.com

Ich bin 1964 geboren und ein akademischer Aktivist. Ich war seit 1986 mit gewaltfreien Aktionen und zivilem Ungehorsam engagiert und als Akademiker seit 1997. Ich war in Gruppen und Bewegungen aktiv, die mit Rechten von Flüchtlingen, weltweiter Gerechtigkeit, Armut, Antimilitarismus, Gender, Atomenergie, Atomwaffen, Waffenhandel, Rechten der Tiere etc. befasst waren. Ich war bei mehr als 15 Prozessen wegen zivilem Ungehorsam und verbrachte mehr als ein Jahr im Gefängnis. Ich lebe im Ökodorf Krossekärr auf einer Insel an der schwedischen Westküste. Meine PhD-Arbeit befasst sich mit der Soziologie gewaltfreier Aktion und ich bin Seniordozent in Soziologie an der University West und Friedens- und Entwicklungsforscher an der Schule für Weltstudien an der Gothenburg-Universität. Ich bin auch wissenschaftlicher Beirat für das Internationale Zentrum für gewaltfreien Konflikt (ICNC), www.nonviolent-conflict.org) und habe das Resistance Studies Network mit gegründet (www.resistancestudies.org). Meine Forschungen haben ihren Schwerpunkt in Widerstand, Macht, sozialen Bewegungn, gewaltfreier Aktion, Konflikttransformation und sozialem Wandel. Ich habe vier Bücher und zahlreiche Artikel geschrieben oder herausgegeben, unter den neuesten „Ist das Weltsozialforum eine demokratische zivile Weltgesellschaft?“, (in: Societies without Border, 2008). Ich bin in fünf Kontinenten gereist, um Bewegungsaktivisten zu interviewen, habe teilnehmende Beobachtungen der weltweiten Gerechtigkeitsbewegung bei mehreren Protesten gegen Gipfeltreffen gemacht und seit 2002 Forschungsergebnisse mit Teilnehmern von vier Weltsozialforen diskutiert.
Ich war seit 2006 Mitglied des Rates der WRI und habe in dieser Zeit bei der WRI-Konferenz in Deutschland 2006 zur Themenarbeit über „Gewaltfreiheit globalisieren“ beigetragen; zum WRI-Handbuch; dem Buch über waffenlosen Widerstand (Hrsg. Howard Clark) und dem Seminar in Coventry über waffenlosen Widerstand; ebenso zu den WRI-Arbeitsgruppen zu gewaltfreien Aktionen beim Europäischen Sozialforum 2008.

Mein Interesse und möglicher Beitrag zur WRI:
1. Die Entwicklung von Verbindungen zwischen Forschung/ akademischer Arbeit und gewaltfreiem Widerstand/ Aktivismus weiterzuführen (siehe meine Arbeit über Blockaden von akademischen Seminaren in Faslane 365 bei www.faslane365.org);
2. die Zusammenarbeit mit der „Bewegung für weltweite Gerechtigkeit“ und den Prozess der Weltsozialforen zu verstärken.

Ich würde gerne so viel wie irgend möglich zur WRI beitragen, da ich die Ziele und Methoden der WRI teile und denke, die Organisation ist einzigartig. Ich bin individuell Mitglied der WRI, vertrete keine WRI-Mitgliedsorganisation (die einzig politisch mögliche ist FOR Schweden, aber ich bin nicht religiös). Mein Problem ist, dass ich nicht viel Zeit für die WRI-Arbeit habe, da ich bereits in vielen Projekten engagiert bin. Doch glaube ich, ich kann einiges beitragen, wie ich es früher getan habe. Aber wenn jemand Passendes ist, der mehr Zeit hat, habe ich kein Problem damit, als Kandidat zurückzutreten.

14. Tobias Pflüger, Deutschland

Nominiert vom Institute for Peace Work and Nonviolent Transformation of Conflicts (IFGK), Germany
Email: mail@tobias-pflueger.de

In der Wahlperiode 2006 bis 2010 gehörte ich schon dem Rat der WRI an. Der Schwerpunkt meiner Arbeit war dabei in der internationalen und europäischen Friedensarbeit.
Bis Mitte 2009 war ich Mitglied des Europäischen Parlamentes zuerst als Parteiloser über die Liste der damaligen PDS und dann als Mitglied der Partei DIE LINKE. Meinen antimilitaristischen und bewegungsorientierten Ansatz habe ich in meiner Parlamentsarbeit stets beibehalten. Von Juni 2004 bis Juli 2009 war ich als Mitglied im Europäischen Parlament Koordinator für die Linksfraktion (GUE/NGL) im Unterausschuss Sicherheit und Verteidigung und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses. Eine Wiederwahl scheiterte am zu schlechten Resultat für DIE LINKE bei den Europawahlen in Deutschland.
Ich bin mehrfach gefragt worden, die Arbeit im WRI-Rat auch ohne mein Mandat im Europäischen Parlament fortzusetzen. Nach einigem Zögern bin ich dazu bereit und kandidiere hiermit erneut zum Rat der WRI.
Als Gründungs- und Vorstandsmitglied der Informationsstelle Militarisierung e.V.(IMI) ist und bleibt mein Arbeitsschwerpunkt die Außen- und Militärpolitik der Europäischen Union, sowie die Rolle Deutschlands in der Internationalen Politik. (Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) ist seit März 1996 als gemeinnütziger Verein organisiert und will mit Informationsarbeit friedliche Konfliktlösungsmöglichkeiten fördern und Aufklärungsarbeit gegen die schleichende Militarisierung der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union leisten.)
In enger Zusammenarbeit mit dem WRI-Büro in London und mehreren Mitgliedsorganisationen wie der DFG-VK und anderen habe ich mich insbesondere um die Aufklärung über die Militarisierung der Europäischen Union gekümmert. Schwerpunkte dabei waren der EU-Verfassungsvertrag später Lissabonvertrag der Europäischen Union, der die EU zu einem Militärbündnis wandeln wird. Hierbei gab es es auch eine enge Zusammenarbeit mit den Freundinnen und Freunden in Irland die das progressive Nein zum Lissabonvertrag bei zwei Referenden vertraten.
Fragen der Kriegsdienstverweigerung in Europa waren ebenfalls ein Arbeitsfeld, dazu habe ich mit der WRI eine Broschüre herausgegeben, die einen Überblick über die Situation von Kriegsdienstverweigerern in Europa gibt. Mehrere Hearings zum Thema Kriegsdienstverweigerung habe ich mit ermöglicht.
An der weltweiten Bewegung gegen Militärbasen arbeite ich seit Jahren aktiv mit und habe mich in internationale Treffen wie in Quito / Ecuador eingebracht, ein europäischen Treffen in Strasbourg durch mein Mandat mit ermöglicht, mit Gruppen in verschiedenen europäischen Ländern (z.B. Tschechien, italien, Schweden etc.) intensiv zusammengearbeitet und in Deutschland mit vielen Gruppen verschiedene Aktionen und Treffen gegen diverse Militärbasen wie in Ansbach, Calw, Potsdam-Geltow, Magdeburg, u.a. organisiert.
In die Gegenaktivitäten zum NATO-Gipfel 2009 in Strasbourg / Baden-Baden und Kehl habe ich mich intensiv mit eingebracht. (Gegenkonferenz, Demonstration, Aktionen etc.) Ich habe im Internationalen Koordinierungskreis "Nein zum Krieg - Nein zur NATO" von Anfang an mitgearbeitet. Im Oktober 2009 bin ich als ICC-Mitglied wiedergewählt worden.
Weitere Themen meiner bisherigen Arbeit waren und sind: Arbeit gegen die mörderische Flüchtlingspolitik Deutschlands und der Europäischen Union, gegen wiederaufkeimenden Faschismus und gegen Atomenergie.

15. Yeidy Rosa, Puerto Rico/Ecuador

Nominiert von War Resisters League, Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
Email: yeidyrosa@gmail.com

Ich entbiete Ihnen herzliche Grüße. Es wendet sich an Sie Yeidy Rosa mit der Absicht der Nominierung als Ratsfrau der WRI. Gegenwärtig bin ich Teil der antimilitaristischen Bewegung (mit allem, was der Begriff mit sich bringt), mit einem regionalen Schwerpunkt und ursprünglich in Lateinamerika und dem indigenen Amerika und der Karibik, von der GOCE-Gruppe der Kriegsdiensverweigerung in Ecuador.
Meine Teilnahme an der Bewegung begann an meinem Geburtsort Puerto Rico innerhalb des Kampfes, um die US-Militärbasis 1994 von der Insel Vieques weg zu bekommen. Seit damals glaube ich tief an die revolutionäre Gewaltfreiheit, den zivilen Ungehorsam und die direkte und kreative Aktion (Elemente, die uns halfen, im Mai 2003 die Basis Vieques loszuwerden), und ich war aktiv in Bewegungen gegen Rekrutierung, für Frieden und Gerechtigkeit und gegen den Krieg, besonders während meiner Jahre in den Vereinigten Staaten zusammen mit der lateinischen Gemeinde dort. Auf diese Weise kamen wir dazu, 1999 eine Gruppe schwarzer Frauen im Staat Ohio zu bilden, und ich lernte die War Resisters League (WRL) kennen, ein Ort, der bis 2006 meine politische Heimat wurde.
Im Laufe meiner Jahre in Ecuador bin ich dazu gelangt, bei zahlreichen Basis-Aktionsgruppen Mitglied zu sein, etwa bei feministischen und Umwelt-Netzwerken; immer im Verein mit dem antimilitaristischen Kampf. Hier sehe ich mehr als an sonst einem Ort, dass die Bewegung der revolutionären Gewaltfreiheit eine Bewegung der Bewegungen ist. Indem wir in Netzwerken arbeiten und uns gegenseitig unterstützen, werden hier die Verbindungen deutlich zwischen der Gewalt, der Frauenarmut, der Ungerechtigkeit und dem Missbrauch von Macht und natürlichen Ressourcen, dem gewalttätigen Sexismus und der Kriegsindustrie.
Auch kann ich Ihnen erzählen, dass während meiner Zeit in Ecuador meine Projekte audivisuelle Projekte eingeschlossen haben, zusammen mit Acción Ecológica, mit Mädchen, Jungen und Jugendlichen die an der Grenze zwischen Ecuador und Kolumbien leben, und die Wirkungen der Ölgesellschaften, der Plan Colombia (Ausräucherungen) und der bewaffnete Konflikt bei dieser Bevölkerung. Auch führen wir innerhalb von GOCE im vierten Jahr in Folge die Kampagne gegen gewaltsame und sexistische Spielzeuge durch. Die Kampagne reist durch 10 Stadtrand-Gemeinden mit einer klaren und erzieherischen Pädagogik. Uns berührt sehr, dass die Kampagne jedes Jahr mehr wächst.
Die Zukunft für GOCE schließt ein, unsere Arbeit über die Militärausgaben auszuweiten und die neueste Verfassungswidrigkeit zu verbreiten, dass der Militärpass für einen Arbeitsplatz, fürs Studium und für Reisen gefordert wird. Es bleibt hervorzuheben, das es GOCE war, die während der letzten 15 Jahre gekämpft hat und erreicht hat, den zwangsweisen Militärdienst abzuschaffen. Auch innerhalb unserer Planung steht als Priorität die Stärkung der Bewegung in regionaler Weise, denn wir äußern uns als amerikanische Lateiner, Indigene und Kariber.
Wir glauben, dass die von WRI und GOCE vorgeschlagene Position im Rat zu diesen Aktionslinien beitragen würde, besonders zur Stärkung der regionalen Netze, und dass sie die Kommunikation und den Austausch zwischen Gruppen erleichtert. Aus diesem Grunde wünschen wir die genannte Vertretung, abgesehen davon, das das Universum von Erfahrung und Information der Gruppen, die zum Netzwerk gehören, verbreitet werden soll, neue Gruppen kontaktiert und angeschlossen. Es ist eine Arbeit, die wir zusammen mit allen erreichen werden.

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