Support Israeli conscientious objectors

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Atalia Ben-Abba is an imprisoned Israeli conscientious objector

Nach 115 Tagen der Haft wurde die israelische Verweigerin Tamar Ze’evi als Kriegsdienstverweigerin aus politischen Gründen anerkannt. Doch die Verweigerinnen Atalia Ben-Abba und Tamar Alon wurden erneut wegen ihrer Weigerung inhaftiert, an der Besatzung teilzuhaben und im israelischen Militär zu dienen. Dies ist Atalias zweite und Tamars sechste Haftzeit, und beide werden weitere 30 Tage hinter Gittern verbringen.

Am 1. Dezember war der Tag der Gefangenen für den Frieden. Er ist eine Gelegenheit, Solidarität mit jenen auszudrücken, die wegen ihrer Arbeit für Frieden im Gefängnis sitzen. Benutzt diese Liste hier, um mit ihnen in Kontakt zu treten.

Im November und Dezember werden sich Tamar Alon, Atalya Ben Abba und Tamar Ze'evi weigern, sich einziehen zu lassen und der israelischen militärischen Besatzung Palästinas zu dienen. Deshalb hat die WRI zu diesem Tag der Gefangenen für den Frieden einen internationalen Aktionstag mit Mesarvot (einem Netzwerk von israelischen Organisationen, Gruppen und Individuen, die KDVerInnen unterstützen) ausgerichtet. Die WRI erklärt: SIE WEIGERN SICH, der Besatzung zu dienen. WIR WEIGERN uns, von der Besatzung zu profitieren. Mahnwachen fanden vor Rüstungsfirmen und an anderen Orten statt, mit der Forderung, dass die Regierungen aufhören sollten, die israelische Besatzungspolitik mit Waffenexporten zu unterstützen und von ihr zu profitieren. Falls Ihr auch etwas gemacht habt. Kontaktiert Mesarvot (mesarvot.im@gmail.com) und postet Eure Aktion auf Facebook.

Mehr Informationen (auf Englisch) hier

Hear no evil, see no evil, speak no evil: Activists in Israel dress as soldiers to take part in a protest, in solidarity with imprisoned conscientious objectors

Liebe Freunde,

mein Name is Taya, und ich schreibe von der israelischen Organisation Mesarvot aus. Wir unterstützen Kriegsdienstverweigerer, die nicht der Wehrpflicht des israelischen Miltärs Folge leisten wollen.

Ich schreibe mit der Bitte, die War Resisters' International zu unterstützen, um es diesem wichtigen Netzwerk zu ermöglichen, seine einzigartige Arbeit – den Aufbau von Solidarität zwischen antimilitaristischen Aktivisten auf der ganzen Welt – weiterzuführen. Bitte überlegen Sie, wie Sie die WRI jetzt finanziell unterstützen können.

Vor knapp einem Jahr hatte ich die Gelegenheit, drei wundervolle Monate als Praktikantin im WRI-Büro zu verbringen. Anfangs war ich zutiefst entmutigt, als ich mir andere Länder ansah und von dem Militarismus und Krieg auf der ganzen Welt erfuhr und die gleichen Unterdrückungs- und Gewaltmuster identifizierte, die ich aus Israel kenne. Auf welchen Einfluss unsererseits können wir hoffen? Aber dieses Gefühl wurde schnell durch eine Aufgeregtheit ersetzt bei der Entdeckung, dass an allen diesen Orten Menschen Widerstand leisten, Alternativen kreieren, gegen Militarismus sind, mit mir zusammen arbeiten, selbst wenn sie Tausende von Kilometern entfernt sind.

Internationale Solidarität für Wehrdienstverweigerer in Israel

In Israel besteht eine der Hauptrollen des Militärs darin, die Besatzung und Militärherrschaft über Millionen von Palästinensern aufrechtzuerhalten. Sowohl Frauen wie Männeer werden eingezogen, und das Militär wird nicht nur als essentiell für das Bewahren der “Sicherheit” Israels angesehen, sondern auch als Beitragsleister zur Gesellschaft. Kriegsdienstverweigerer in Israel trotzen politischen und sozialen Normen und “zahlen einen Preis” dafür. Manchmal in Gestalt einer Gefängnisstrafe – wenn sie den Militärdienst gänzlich verweigern – oder öfter in Form von gesellschaftlicher Kritik oder Isolation. Die Schwierigkeiten, denen sich Kriegsdienstverweigerer in Israel gegenübersehen, betonen die Bedeutung der andauernden Solidarität für uns hier im Mesavot Netzwerk.

Dank unserer Verbindungen mit der WRI wurde reelle, konkrete internationale Solidarität möglich. Für Kriegsdienstverweigerer in Israel und das Mesarvot-Netzwerk, die diese unterstützen, ist diese Solidarität sehr wichtig; die Arbeit mit der WRI bedeutet, dass wir jetzt mit Unterstützern auf der ganzen Welt verbunden sind. Das WRI-Netzwerk hat unsere Kampagne zu ihrer eigenen gemacht, kreative Ideen angeboten, Verbindungen und Unterstützung, mit einem besseren Verstehen, was in jedem Kontext möglich ist.

Die Verbindung zu der WRI hat uns geholfen, uns mit anderen Menschen und Organisationen zu verbinden, die helfen können.

Nur ein paar Beispiele für die Unterstützung durch die WRI:

Mobilisierung internationaler Solidarität für die fünf inhaftierten Kriegsdienstverweigerer, die wir bis jetzt unterstützt haben, Koordination einer Unterstützungserklärung durch andere Kriegsdienstverweigerer im östlichen Mittelmeerbereich, Durchführen eine Kampagne in den sozialen Medien zur Unterstützung der Inhaftierten, Organisation von Aktivisten, um persönliche Briefe an inhaftierte Kriegsdienstverweigerer zu schreiben, Hilfe bei der Organisation eines internationalen Aktionstags in Solidarität mit Kriegsdienstverweigerern und gegen Firmen, die von der Besatzung profitieren und diese aufrüsten (für weitere Informationen, wie man an diesen Aktionen teilnehmen kann, siehe anhängende Liste des Tags der Gefangenen für den Frieden!)

Diese Aktionen unterstützen und ermutigen örtliche Aktivisten aus kleinen Organisationen, die auf die Unterstützung der WRI für die von uns so sehr benötigte Solidarität angewiesen sind. Wir müssen gegen Krieg und Militarismus zusammenarbeiten. Wir brauchen die WRI als Aktivisten, Bewegungen und Menschen, die eine kriegsfreie Welt möchten – und bis wir erfolgreich Kriege abschaffen können, braucht die WRI auch unsere Unterstützung. Bitte spenden Sie großzügig.

 

 

 

Taya Govreen-Segal

Tamar Alon, Atalya Ben Abba und Tamar Ze'evi sollen ins Gefängnis, weil sie sich weigern, der israelischen Besatzung zu dienen. Unterstützt sie, indem ihr am 1. Dezember bei einem internationalen Aktionstag mitmacht.
Vor Waffenfabriken und anderen Orten werden Mahnwachen stattfinden mit der Aufforderung an die Regierungen, die Bewaffnung der israelischen Besatzung zu beenden, statt davon zu profitieren.

Solange Europa mit der israelischen Waffenindustrie Handel treibt, wird die Besatzung andauern. Solange die USA weiterhin Israel bewaffnen und Waffen aus Israel kaufen, werden junge Israelis weiterhin eingesperrt werden, weil sie sich weigern, diese Waffen auf Zivilpersonen zu richten.

***
SIE WEIGERN SICH, Zivilpersonen mit Gas anzugreifen, werden die USA sich weigern, Tränengas aus Israel zu kaufen?
SIE WEIGERN SICH, Zivilpersonen zu erschießen, wird OSTASIEN sich weigern, Waffen aus Israel zu kaufen?
SIE WEIGERN SICH, Gaza zu bombardieren, werden wir UNSERE LÄNDER aufrufen, keine Drohnen mehr aus Israel zu kaufen?
SIE WEIGERN SICH, der Besatzung zu dienen. WIR weigern uns, davon zu profitieren.
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Am 14. Juli wurden die israelische KDVerin Tair Kaminer und der ukrainische Verweigerer Ruslan Kotsoba freigelassen. Der Journalist und KDVer Ruslan Kotsoba wurde in der Berufungsverhandlung freigesprochen, nachdem ihm zunächst Verrat vorgeworfen worden war. Der Richter stellte fest, dass es keine Beweise gab, um ihn zu verurteilen und ordnete seine sofortige Freilassung an.

In Israel wurde Tair Kaminer wegen „schlechtem Verhalten“ aus dem Militär ausgeschlossen. Insgesamt hat sie wegen ihrer Kriegsdienstverweigerung über 150 Tage im Militärgefängnis verbracht.

Die KDVerin Omri Baranes durchläuft weiter den üblichen Prozess von Einberufung – Haft – Freilassung und erneuter Einberufung. Unterzeichnet hier, um sie und andere KDVerInnen zu unterstützen. Sich zu weigern, zu töten, ist kein Verbrechen.

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In Israel sind Omri Barnes und Tair Kaminer erneut in Haft genommen worden, weil sie #refuse2occupy - sich weigern, an der Besatzung teilzunehmen und in der Armee zu dienen. Tair, die ihre sechste Haftzeit von 45 Tagen im Gefängnis angetreten hat, sagte: „Solange wie die gewaltsame militärische Herangehensweise vorherrscht, werden wir neue Generationen haben, die mit einem Erbe von Hass aufwachsen, was die Dinge nur noch schlimmer macht. Wir müssen dies stoppen – jetzt!“ Omri, zum dritten Mal für eine Haftstrafe von 30 Tagen ins Gefängnis zurückkehrend, sagt: „Das Militär schafft einen Kreislauf der Gewalt, während es behauptet, das Land zu verteidigen.

Kriegsdienstverweigungs-Gruppen aus dem östlichen Mittelmeerraum haben vor kurzem ein Statement herausgegeben, bei dem es um die fortdauernde militärische Krise in ihrer Region geht. Sie erklärten ihre Solidarität mit den Geflüchteten, die vor Krieg und Unterdrückung flohen und riefen die internationale Gemeinschaft auf, für die Gewalt in der Region friedliche statt militärische Lösungen zu suchen. „Die Reaktion der Welt auf die gegenwärtige regionale Gewalt“, so das Statement, „sollte sein, Gesellschaften aufzubauen, Geflüchteten zu helfen und zwischen Kriegsparteien zu vermitteln, nicht, Waffen zu verkaufen, zu bombardieren und Militärhilfe zu leisten“.

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Gemeinsame Erklärung

von Kriegsdienstverweigerungsgruppen aus dem östlichen Mittelmeer

Wir sind Kriegsdienstverweigerer aus der östlichen Mittelmeerregion. Unsere Region leidet schon lange unter Unterdrückung, Ungerechtigkeit, Militarisierung, Besatzung und Kriegen, wie auch unter Armut, Analphabetentum, Hunger und fehlender sozialer Infrastruktur. In dieser schwierigen Zeit, wenn unsere Region noch stärker in ein Kriegschaos zu versinken scheint, erheben wir unsere gemeinsame Stimme für Frieden und gegen die Militarisierung.

Wie lassen nicht zu, dass dieser Kreislauf der Gewalt, der durch unterdrückerische Staaten und aufgrund wirtschaftlicher Interessen ausgelöst wurde, weiter fortbesteht. Wir weigern uns, Teil dessen zu werden. Wir weigern uns, in Feindschaft zu Völkern zu stehen, die einfach eine andere Nationalität oder Religion haben. Wir werden uns nicht in diese Kriege hineinziehen lassen und in Armeen, die Tod und Zerstörung in die Region bringen.

Wir, die Bewegung No to Compulsory Military Service (Nein zum Kriegsdienstzwang - Ägypten) und New Profile (Israel), unterstützen in beiden Ländern Frieden und Kriegsdienstverweigerung. Wir betonen das Menschenrecht auf Gewissens- und Religionsfreiheit sowie Selbstbestimmung. Wir verurteilen den Weg, den die Regierungen beider Länder eingeschlagen haben, um Kriegsdienstverweigerer zu behandeln, wie Natan Blanc, Emad el Dafrawi und Mohamed Fathy.

„Ein wahrer Israeli drückt sich nicht vor der Einberufung“[1] – dieses Motto steht im Mittepunkt einer großangelegten Werbekampagne in Israel. Die Kampagne wird nicht vom israelischen Militär betrieben und zielt nicht darauf mit Soldat_innen den Schwund bei den israelischen Streitkräfte (IDF) zu stoppen. Israel hat – zumindest de jure – eine allgemeine Wehrpflicht sowohl für Männer als auch für Frauen. Das Motto ist dennoch Ausdruck und Verstärkung der israelischen Auffassung über die Rolle des Militärdiensts im Leben eines Israeli – eines „wahren“ Israeli.

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