From the office

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Das Zerbrochene Gewehr, Nr. 95, März 2013

Javier Gárate

Ist Strategie zu einem Modewort in den gewaltfreien sozialen Bewegungen geworden? Ich frage mich das seit ich wiederholt bei Treffen solcher Bewegungen höre: "Wir müssen strategisch sein" oder "Warum interessieren sich die Leute nicht für Strategien?". Es scheint, dass wir Strategie mit Effektivität und Erfolg assoziieren. Wenn ein bestimmtes Problem geändert werden soll, ist dann eine klare Strategie der Hauptschlüssel zu dem, was Bewegungen erreichen können? Wenn ja, was macht dann eine gute Strategie aus? Und was hilft Gruppen, solche Strategien zu entwickeln? Diese Fragen haben wir uns bei War Resisters' International seit vielen Jahren gestellt.

Internationale Konferenz, Ahmedabad, Indien, 22-25 Januar 2010

Es gibt eine unausweichliche Verbin­dung zwischen durch Globalisierung ver­ursachter Vertreibung, Entlassung und Enteignung tra­ditioneller, einhei­mischer und von Agrar­produkten le­ben­der, Gemeinden überall - ausgelöst durch interne Kriege und lokale Aufstände. Es gibt eine Verknüpfung zwisch­en diesen und den monströsen internationalen Kriegen – sei es in Afghanistan, Irak, Kongo oder Somalia. Die größte Herausforderung ist es deshalb lo­ka­­­le und gleichermaßen globale Partnerschaften zu schaffen, die nicht nur der Ungerechtigkeit son­­dern auch den aktuellen Alternativen Widerstand leisten.

Medha Patkar

Wenn wir an sozialen Wandel denken, denken wir häufig an Proteste, Kampagnen und direkte Aktionen. Dies sind essenzielle Möglichkeiten um „Nein“ zu zerstörerischen Praktiken und Institutionen zu sagen!

Permaculture farmers in El Salvador

Allerdings ist es gleichermaßen wichtig, dass wir konkrete Alternativen aufbauen, in denen wir zu der Vision der Welt, die wir wollen, „Ja“ sagen. Begründet auf der gleichen Machtanalyse wie unsere gewaltlosen direkten Aktionen, können „konstruktive Programme“ mächtige Akte des Widerstands darstellen. Konstruktive Programme demonstrieren radikale Alternativen – zum Beispiel zum Militarismus und den Ursachen des Klimawandels – die unsere Welt dringend braucht, und setzen sie im Hier und Jetzt in die Tat um.

Lest, was die War Resisters' International in diesem Jahr unternommen haben, in unserem Jahresbericht. Dort findet Ihr Informationen zu unseren Programmen, unsere Kampagnenarbeit in der Türkei, unsere Publikationen und Treffen und ein Ausblick auf das nächste Jahr. Hier geht es zu den Berichten in verschiedenen Sprachen: English Français Deutsch Español

zusammengestellt durch WRI-Vorstand und Mitarbeiter

Einleitung

Ein weiteres Jahr ist vergangen, ein Jahr mit viel zu viel Tod und Zerstörung durch Kriege und Militarismus. Aber Menschen auf der ganzen Welt stehen weiter auf für Frieden und widerstehen den militärischen (Nicht-)Lösungen, dem Wettrüsten, den Ungerechtigkeiten, der ungleichen Verteilung der Ressourcen. In diesem Jahresbericht werden Sie über einige dieser Kämpfe lesen; von Kriegsdientsverweigerern, die sich weigern, Teil der Kriegsmachinerie zu sein; von Gruppen auf der ganzen Welt, die Aktionen gegen die Militariesierung der Jugend durchführen; von Friedensaktivisten, die sich treffen, um voneinander zu lernen und laufende Kampagnen und Netzwerke zu verstärken.

Ich schreibe von ‘Welt ohne Krieg’ in Südkorea. Gemeinsam mit der WRI hat ‘Welt ohne Krieg‘ gerade das Seminar ‘Schluss mit den Kriegsgeschäften’ und Aktionen gegen die Waffenmesse ADEX beherbergt. Erst vor zwei Jahren haben wir unsere Kampagne gegen ADEX gestartet, aber mit der Hilfe internationaler Solidarität gab es bereits bedeutende Fortschritte. Nun bitte ich Sie, mit Ihrer Spende die Arbeit der WRI als das internationale pazifistische Netzwerk zu unterstützen, das diese Solidarität befördert. 

Ich bin davon überzueugt, dass Pazifismus keine Grenzen kennt. Die internationale Solidarität innerhalb der WRI war lebenswichtig für die Arbeit von ‘Welt ohne Krieg‘, und die Arbeit dieses globalen Netzwerks ist der Arbeit von Organisationen wie der unseren sehr zugute gekommen.

 

Die WRI organisiert die 2. Internationale Aktionswoche gegen die Militarisierung der Jugend dieses Jahr vom 14. bis 20. November. Die Woche ist eine vereinte Anstrengung von AntimilitaristInnen der ganzen Welt, um Aufmerksamkeit darauf zu lenken und zu kritisieren, wie junge Menschen militarisiert werden, und die Stimme für Alternativen zu erheben.

Die erste internationale Aktionswoche im vergangenen Jahr hatte als Hauptschwerpunkt die Themen Bildung und Forschung. (Siehe <http://antimili-youth.net/articles/2014/11/report-week-action-military-free-education-and-research>.) Viele Gruppen in verschiedenen Ländern, darunter Kanada, Deutschland, Südkorea, Spanien, den USA, Israel und Großbritannien waren aktiv, um das Ende der Rolle des Militärs in Bildung und Forschung zu fordern.

In diesem Jahr erweitern wir unser Thema von Bildung auf alle anderen öffentlichen Räume, wo wir militärisches Engagement mit jungen Menschen sehen.

Wir rufen alle Gruppen und Einzelpersonen auf, sich mit Aktionen an der Woche zu beteiligen. Kontaktiert uns über cmoy@wri-irg.org für mehr Information.

Mehr...

Die Internationale der Kriegsgegner_innen (WRI) sorgt sich um die Sicherheit ihrer Mitglieder und gleichgesinnter Menschenrechtsverteidiger in Venezuela.

Am 13. Mai veröffentlichte der Präsident der Nationalversammlung, Diosdado Cabello, die Reiseplanungen der WRI-Mitglieder Rafael Uzcátegui vom venezuelanischen „Programa Venezolano de Educación-Acción en Derechos Humanos“ (Program zur Bildung und Aktion für Menschenrechte - PROVEA) und Carlos Correa von „Espacio Público“ (Öffentlicher Raum). Diese Informationen wurden in Diosdado Cabellos wöchentlicher Fernsehsendung „Con el Mazo Dando“ öffentlich gemacht. In dieser Sendung wird regelmässig die Arbeit von Menschenrechtsaktivist_innenin Frage gestellt und Informationen über ihre Aufenthaltsorte verbreitet. Nicholas Maduro, Präsident von Venezuela, hat regierungskritische NGOs als „Banditen“ bezeichnet und dazu aufgerufen, eine Filmdokumentation zu produzieren, deren Ausstrahlung die „Wahrheit“ über die Arbeit der Menschenrechtsorganisationen „enthüllen“ soll.

Nach zehn Jahren verlässt Javier Gárate, der erste Beauftragte der WRI für das Programm Gewaltfreiheit, die WRI. Als Javier anfing, gab es wenig mehr als einen alten Rechner und Aufnahmen von gewaltfreien Trainings, was ihm helfen konnte, um sein Programm zusammen zu bringen. Er hat alles so überaus erfolgreich erledigt: zahlreiche internationale Trainings für Aktivisten, Trainings für Trainer und zwei Ausgaben des Handbuches für gewaltfreie Kampagnen belegen, was Javier in diesen zehn Jahren erreicht hat. Dazu natürlich noch drei "Vierjahreskonferenzen" in Deutschland, Indien und Südafrika, bei denen Javier zusammen mit seinen MitarbeiterInnen eine prägende Rolle bei der Vorbereitung und erfolgreichen Durchführung spielte.

Javier zieht nach Belgien, aber er wird weiterhin in einigen der Netzwerke der WRI mitarbeiten. Somit haben wir Gründe zu hoffen, dass dieser Abschied auch ein "Auf Wiedersehen" ist. Wir danken Javier sehr für seine unermüdliche Arbeit, seine Freundlichkeit, seine Liebenswürdigkeit, seine Hingabe, seinen Humor und sein leidenschaftliches Engagement. Die WRI hat so viel von deiner Zeit im Büro gewonnen, und wir hoffen, die WRI hat dir ebenfalls viel gegeben. Javier, mach's gut, vaarwel, adiós, all the best und au revoir!

Vielen Dank Domi

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Vor mehr als sieben Jahre kam Dominique Saillard aus Ihrem – wie sie es nannte – WRI-Exil zurück. Wie viele von Euch wissen, gehörte Domi – als Dream Team mit Howard - in den Neunzigern mehrere Jahre zu den Mitarbeitern der WRI. Als Howard im Jahre 2006 Vorsitzender wurde, hatte die WRI keinen Schatzmeister. Als eine seiner ersten Aufgaben als Vorsitzender sagte er „Ich kenne die perfekte Person, die wir darum bitten können – es ist Domi! Ich muss sie nur überzeugen…“ Zu der Zeit wussten wir nicht, wie erfolgreich Howards Überzeugungskunst sein würde, aber er berichtete regelmäßig, dass er immer größere Fortschritte beim Beschaffen eines Schatzmeisters habe.

Vom Augenblick unserer Geburt an sind wir als Kinder und junge Menschen in aller Welt dem Militär und den militärischen Werten um uns herum ausgesetzt. Man lehrt uns, dass bewaffnete Macht und Gewalt Probleme lösen können.


Wir nennen das die Militarisierung der Jugend.

In einigen Ländern ist diese Militarisierung sichtbar und offenkundig: Junge Menschen (hauptsächlich, aber nicht ausschließlich junge Männer) werden gezwungen, sich mustern zu lassen und zur Armee zu gehen. Das geht bis zur Zwangsrekrutierung oder der Rekrutierung von Kindern.

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