Transkript Auszuege: Öffentliche Diskussion und Bildung

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Samen säen

‘Sie verbreiten ständig die Vorstellung, dass die Vereinigten Staaten in Venezuela einmarschieren und angesichts dieser ewigen Bedrohung…entsteht dieses ständige Gefühl, am Rande eines Krieges oder einer bewaffneten Auseinandersetzung zu stehen… Sie sagen immer, dass die Vereinigten Staaten Venezuelas Öl haben wollen, allerdings hat unser Präsident Chávez mit länderübergreifenden Energieunternehmen seit 30 bis 40 Jahren verhandelt. Das heißt, dass das Argument hinfällig ist.’

- Rafael Uzcategui, Venezuela

‘Besonders der erste Weltkrieg wird als katalysierender Faktor für Kanada als Nation gerühmt, weil wir bis dahin schlicht eine britische Kolonie waren. Diese Argumentation, dass der erste Weltkrieg und unsere Beteiligung am Krieg – und dass wir uns im Krieg ausgezeichnet haben - das ist, was uns wirklich zu einer Art unabhängigem, oder separatem Gebilde gemacht hat. Und dadurch wird eine Glorifizierung des Soldaten und des Kampfes hervorgehoben… .’

– Cristel LeBlanc, Canada

‘Natürlich werben sie, sie müssen die Leute überzeugen. "Die Armee ist hier um Dich zu beschützen – die Armee ist hier um Frieden zu erhalten”…Die Medien loben sie sehr und versuchen sehr stark, sie gut aussehen zu lassen: “Sie sind hier um uns zu beschützen. Und wenn sie nicht dort an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea wären, wer Weiß was mit uns passieren würde.” Man würde nicht einmal soldatisch-bezogene Dinge in den Medien wiedererkennen, weil es so normal ist und das macht es noch gefährlicher… Film- und Fernsehstars, falls sie männlich und im wehrpflichtigen Alter sind, werden wirklich gelobt, wenn sie sich dafür entscheiden zum Militär zu gehen, besonders wenn sie stattdessen die Marine oder die Luftwaffe [eine längere Dienstdauer] wählen, und jeder, der den Wehrdienst nicht ableistet wird verurteilt – deren Karriere ist vorbei. Ich glaube, das beeinflusst die junge Generation sehr, weil sie wie Helden für sie sind, nicht wahr?’

– Garam Jang, Südkorea

‘Einige Fernsehserien und –shows werden teilweise vom Verteidigungsministerium finanziert, solange die Armee sich in ihnen positiv darstellen kann. Ausschließlich positive Aspekte – zum Beispiel Abenteuer – werden gezeigt, damit die Menschen Interesse entwickeln.’

- Geart Bosma, Niederlande

‘Eines der Argumente, welches sie benutzten ist, dass man dem Land dienen muss um seine eigenen Leute vor möglichen Bedrohungen zu beschützen – Bedrohungen, die noch nicht einmal genau bezeichnet werden. Es ist das Heldenkonzept, in dem man ein Held sein muss um seine Schwestern, seine Brüder und alles weitere zu beschützen. Und ein weiteres Argument ist das der Disziplin – dass man junge Leute disziplinieren will, da sie das Gefühl haben, dass sie in so viele sozial negative Elemente in der südafrikanischen Gesellschaft verwickelt sind.’

– Kaizer Tshehla, Südafrika

 ‘Weil wir die Wehrpflicht haben, hat man das Gefühl, das jeder zur Armee geht – jeder hat seinen Teil zur Gesellschaft beizutragen und sobald du dies nicht tust, wirst du als Parasit behandelt, der vom Schutz der Armee profitiert, einfach indem er im Land lebt, aber nichts dazu beiträgt. Die zwei größten Radiostationen in Israel gehören der Armee und werden von ihr geleitet – das sind die Stationen, denen jeder zuhört. Und jeder einzelne Nachrichtenartikel, der etwas mit der Armee zu tun hat, muss eine Stellungnahme des Armeesprechers bekommen. Wenn nun der Armeesprecher nicht mit dir spricht, weil ihm dein letzter Artikel nicht gefallen hat, kannst Du keinen weiteren herausbringen.' Sahr Vardi, Israel

‘Sie ‘normalisieren’ das Militär und Krieg dadurch, dass sie über die Beschäftigung beim Militär als ganz normalen Job reden.’

– Cattis Laska, Schweden

‘Ich sage ja nicht, dass die Menschen keinen Stolz empfinden sollen, oder nicht fühlen sollen, was auch immer sie fühlen. Aber es findet nicht viel kritisches Denken über die gewohnheitsmäßige Akzeptanz der Streitkräfte statt.’ – David Gee, Vereinigtes Königreich (UK)

Bildung

‘In unserer Schule hatten wir ein Trainingsprogramm fürs Reserveoffizierskorps, von dem sie behaupten, dass es nicht wirklich Rekrutierungszwecken dient – es geht um Führungsverhalten, Entwicklung und Disziplin, aber man bekommt die Gelegenheit Soldat zu spielen.’

- Kelly Dougherty, USA

‘Die ‘Kadetten’ [für 14-18-jährige] ist eins der weiteren Dinge, das Jugendliche dazu Anreiz zum Militär zu gehen, da sie deren Stolz auf sich und ihre Uniform sehen. Einem Mann vom Militär bringen die Menschen Respekt entgegen – die Menschen haben Angst vor dir: “Hey, der Soldat kommt”. Milizangehörige kommen vorbei und trainieren sie ein oder zwei Tage; wie man eine Waffe handhabt, und dann marschieren, und Selbstdisziplin. Wenn die Schüler dann in der Uni sind, haben sie bereits ein Interesse daran entwickelt, der Armee beizutreten. Und an der Uni sind wir sogar in den Dschungel gegangen. Eine Woche, mit dieser Art von Training – da entwickelst du so viel Interesse, dass du Teil des Militärs sein willst.’

- Samuel Koduh, Ghana

‘Normalerweise kommen zwei Soldaten zu Job-Börsen für Schüler, die ihren Schulabschluss machen. Sie sitzen an einem Tisch, eventuell mit einer Präsentation über verschiedene Arten von Jobs, die man im Militär haben kann – interessante, spannende, bedeutungsvolle Jobs.’

– Christel LeBlanc, Kanada

‘Einige Lehrer bringen die Kinder zu Militärausstellungn, oder zu einer Ausstellung der Sonderpolizei, wo es viele Waffen und…Fahrzeuge und so was gibt. Und die Kinder spielen und machen Fotos mit Gewehren und so.’

- Boro Kitanoski, Mazedonien

‘Ich gebe Vorlesungen über Frieden in Schulen. Wenn ich mit den Lehrern spreche, habe ich oft bemerkt, dass sie eine militärische Definition von “Frieden” haben – das heißt, das militärische Einsätze notwendig sind, um ihn zu erreichen.’

– Geart Bosma, Niederlande

‘Wenn man im Kindergarten ist, bringt man Soldaten Geschenke. Und später gibt es dann Arbeitsblätter, um Kindern das Zählen beizubringen: auf der einen Seite sind die Zahlen von 1 bis 10 und auf der anderen Seite gibt es unterschiedliche Anzahlen von Symbolen wie Panzer und Flugzeuge. Man muss sie einander zuordnen. Am meisten sieht man vom Militär in der Sekundarstufe [High School]: Soldaten vom Ausbildungskorps kommen vorbei, die den Kindern die verschiedenen Posten in der Armee erklären und beibringen und in der elften Klasse gibt es eine Woche, in der die ganze Klasse in eine Kaserne fährt und eine Grundtraining durchmacht – schießen, und Ähnliches.’

- Sahar Vardi, Israel

Übersetzung: Alexandra Lorenzen und Achim Schmitz

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