Helfen Sie uns, das Programm für Gewaltfreiheit aufrechtzuerhalten

Liebe Freundinnen und Freunde,

Vor zehn Jahren traf ich eine der besten Entscheidungen meines Lebens.In Chile las ich eine Anzeige, eine Stelle bei der WRI sei offen für Arbeit in Gewaltfreiheit, und beschloss, mich dafür zu bewerben. Zu meiner Überraschung – und ich denke auch zu der vieler anderer! – wurde ich ausgewählt, der erste Koordinator des Programms für Gewaltfreiheit der WRI zu sein. Heute schreibe ich Ihnen, um Sie zu bitten, bei der Fortsetzung dieser Arbeit zu helfen.

Am Tag, als ich mit meiner Arbeit anfing, sagte man mir: „OK, hier ist dein Schreibtisch. Jetzt musst du ein Handbuch über Gewalfreie Aktion herausbringen und eine weltweite Kampagne gegen Kriegsprofite in Gang setzen“ – alles in der Tat sehr einfach.

Ich kam von einer Gruppe von Kriegsdienstverweigerern in Chile. 2003 hatte ich als KDV-er an einem Treffen von Verweigerern in Israel teilgenommen, das von der WRI organisiert war. Dabei hörte ich zum ersten Mal von Training in Gewaltfreiheit, und es war meine erste internationale direkte Aktion – ich spielte bei einem Straßentheater die Rolle eines israelischen Soldaten, der getötet wird. Doch viele Aspekte von Gewaltfreiheit und auch der WRI waren mir unbekannt. Es war ein Netzwerk, ein Netzwerk, das gegen Krieg und seine Ursachen kämpft und wesentlich der Gewaltfreiheit als Prinzip für sozialen Wandel verpflichtet ist. Was mich am meisten beeindruckte, war, dass die WRI nicht bloß für starke Prinzipien steht, sondern auch dafür, wie man diese Prinzipien wirksam in Aktion versetzt, um einen Wandel herbeizuführen.

Als ich vor beinahe zehn Jahren bei der WRI anfing, war die Botschaft, die Finanzierung für das Programm reiche für zwei Jahre. Durch eine Menge Arbeit und auch durch die Unterstützung von Einzelpersonen, die an die WRI spenden, haben wir erreicht, das Programm diese zehn Jahre hindurch am Laufen zu halten. Jetzt sind wir wieder an einem Punkt, an dem die Finanzierung völlig am Ende ist, und wir müssen Sie bitten, das Programm zu unterstützen, damit es weiterhin existieren kann.

Während dieser zehn Jahre hat das Programm für Gewaltfreiheit viel erreicht bei der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen und bei der Befähigung von Gruppen zu gewaltfreien Kampagnen. Das Programm hat zwei Auflagen des Handbuchs für Gewalfreie Kampagnen herausgegeben. Die erste Auflage wurde in mehr als zehn Sprachen übersetzt und weltweit von Graswurzelgruppen für gewaltfreie Kampagnen für sozialen Wandel genutzt. Die zweite Auflage, die in diesem Jahr in Kapstadt in Südafrika vorgestellt wurde, hob Erfahrungen von mehr als zwanzig Ländern hervor, wie man sich gewaltfrei organisiert.

Diese zehn Jahre haben auch zahlreiche Trainings zur Gewaltfreiheit gesehen, die vom Programm organisiert wurden. Einige Trainings bereiteten eine bestimmte Aktion vor, wie das Eindringen in ein Hauptquartier der NATO. Ganz aktuell bestand die Hauptwirkung des Programms darin, regionale Netzwerke von TrainerInnen in Afrika, Europa und Lateinamerika zu stärken. Die TrainerInnen des lateinamerikanischen Treffens in Quito organsierten weiterhin eine gemeinsame regionale Aktion für den weltweiten Aktionstag zu Militärausgaben. Diese Netzwerke liefern einen einmaligen, sicheren Raum für TrainerInnen, um sich zu treffen und Werkzeuge und Ideen auszutauschen, wie wir am besten mit Gruppen für den sozialen Wandel arbeiten können.

Das Programm hat nicht vergessen, wer vom Krieg profitiert! In den „War Profiteers' News “ berichten wir über Aktionen und Kampagnen, um die Kriegsindustrie zu stoppen. Wir haben ein internationales Seminar organisiert, das Aktivisten zu Kriegsprofiten aus aller Welt zusammengebracht hat, um sich über die Herausforderungen auszutauschen, denen wir uns gegenübersehen, und über Strategien, um den Händlern des Todes etwas entgegenzusetzen. Das neue Handbuch berichtet die Geschichte eines Protestes gegen eine Waffenmesse in Seoul durch „World Without War“, eine Mitgliedsorganisation der WRI aus Südkorea, die das Aktionskonzept übernahm, das von Aktivisten in Großbritannien gegen die Waffenmessen der DSEI genutzt worden war. Sie veranstalteten eine direkte Aktion und nutzten den Slogan „Das ist nicht in Ordnung“. Das ist eines von vielen Beispielen der Verbindungen, die die WRI und das Programm für Gewaltfreiheit zu knüpfen helfen.

Zu Anfang des nächsten Jahres werde ich die WRI-Arbeit verlassen. Ich kann nicht genug sagen, wie diese Erfahrung mich verwandelt hat, und ich habe so vielen Menschen für die Unterstützung des Programms zur Gewaltfreiheit zu danken. Im Augenblick sind wir nicht sicher, ob die WRI jemanden einstellen kann, um mich zu ersetzen, da wir nicht die Mittel haben, um die Stelle abzudecken. Wir haben den Punkt erreicht, wo wir einen dringenen Aufruf für das Überleben des Programms starten müssen.

Daher ist mein Endziel in diesen letzten Monaten, es möglich zu machen, dass das Programm weiterläuft und nachhaltig ist. Daher komme ich jetzt zu Ihnen, um Sie zu bitten, mit bei der Mission zu helfen, das Programm für Gewaltfreiheit vollständig zu finanzieren. Im Augenblick fehlen uns £ 10.000 an der Summe, die wir brauchen, um in der Lage zu sein, einen weiteren Arbeiter einzustellen. Ihr Beitrag wird uns helfen, das zu ermöglichen.

Ich hoffe, dass ich in zehn Jahren immer noch in der Lage sein werde zu sagen, dass ich einmal beim Programm für Gewaltfreiheit der WRI gearbeitet habe, das weiterhin für radikalen Wandel arbeitet.

Javier Gárate

Koordinator des Programms für Gewaltfreiheit

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