WRI homepage > Publikationen > das zerbrochene Gewehr > Nr.67, September 2005 > PDF-version
Diese Ausgabe des Zerbrochenen Gewehrs widmet sich der Kampagne gegen Kriegsgewinnlertum, die im Laufe des letzten Jahres entwickelt wurde. Die Kampagne gegen Kriegsgewinnlertum ist einer von drei Schwerpunkten des Gewaltfreiheitsprogramms für das nächste Jahr. Die Kampagne entwickelt Materialien für Aktivitäten und Vernetzung von WRI-Mitgliedsorganisationen, die an Initiativen und gewaltfreien Kampagnen gegen Kriegsgewinnlertum beteiligt sind.
Die WRI ist gegen Kriegsgewinnlertum, basierend auf unserer fundamentalen Kritik und unserem Anspruch, "alle Kriegsursachen zu beseitigen". Wir sind davon überzeugt, dass Kriegsgewinnler nicht nur von Krieg profitieren, sondern auch eine Kriegsursache darstellen.
Ich lade Euch dazu ein, sich näher mit den Artikeln in dieser Ausgabe zu beschäftigen: was das WRI-Netzwerk bereits jetzt gegen die verschiedenen Arten des Kriegsgewinnlertums unternimmt, sowie eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Kriegsprofiteuren. Wir beschäftigen uns auch mit Erfahrungen aus den USA, zu diesen Firmen zu recherchieren. Ich lade Euch ein, diese Erfahrungen aufzunehmen, und darüber nachzudenken, wie sie in der eigenen Region angewendet werden können. In dieser Ausgabe erläutern wir ausserdem den derzeitigen Stand der Kampagne und die Ziele, die wir erreichen wollen.
Diese Ausgabe markiert auch die öffentliche Präsentation unseres eigenen Wiki, von dem wir erhoffen, dass es die Zusammenarbeit unter WRI-AktivistInnen verbessern wird und zur Schaffung gemeinsamer Materialien zu Gewaltfreiheit und Antimilitarismus beitragen wird.
Ich hoffe, dass Du Freude an dieser Ausgabe des Zerbrochenen Gewehrs haben wirst, und dass es Dich anregt, zu überlegen, wie ihr Euch an der Kampagne gegen Kriegsgewinnlertum beteiligen könnt. Wir brauchen Eure Mitarbeit und Unterstützung für die WRI, um unser gemeinsames Anliegen, ein Ende von Krieg, zu erreichen.
Javier Gárate, WRI-Büro
Die WRI ist nicht nur darauf verpflichtet, dem Krieg Widerstand zu leisten, sondern gewaltfreie Aktionen zu fördern, um die Gründe für Kriege zu beseitigen. Das ist einer der Gründe, aus dem ein Teil des neuen Programms zur Gewaltlosigkeit eine Kampagne gegen Gewinne am Krieg sein wird. Unsere Verpflichtung zur Gewaltfreiheit und Antimilitarismus zu befördern bedeutet, die grundsätzliche Kritik der WRI aufzugreifen: "Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und mich um die Beseitigung aller Kriegsursachen zu bemühen."
Das Kriegsgewinnlertum war ein fortdauernder Zug der militärischen Landschaft. Es ist nicht allein die Tatsache, dass die Suche nach Profit Krieg schüren kann. Militärische Rivalität ging immer auch Hand in Hand mit industrieller und technologischer Mobilisation zum Krieg und hat darin in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts neue Höhen erreicht. Diejenigen, die vom Krieg profitieren, bilden eine mächtige Lobby zugunsten von Militärausgaben und Kriegsvorbereitungen. Um ihren Einfluss zu bekämpfen, ist es nötig, ihre Aktivitäten und Interessen zu identifizieren und aufzudecken. Diejenigen, die gegenwärtig für ihren Lebensunterhalt auf kriegsbezogene Arbeit angewiesen sind, brauchen Unterstützung bei der Herstellung sozial nützlicher Alternativen.
Indem die WRI dieses Kampagnenthema aufgreift, wird sie nicht die Arbeit anderer Gruppen verdoppeln. Viele Länder haben bereits Organisationen, die ins einzelne gehende Forschungen über ihre eigenen Kriegsgewinnler durchgeführt haben, und es existieren auch funktionierende internationale Netzwerke - entweder mit formellen Verbindungen wie das Europäische Netzwerk gegen den Waffenhandel (ENAAT) oder Kontakte, die wirksam sind für die Mobilisierung internationaler Aktionen, zum Beispiel bei Waffenmessen.
In dieser Kampagne plant die WRI, auf der existierenden Arbeit ihrer Mitgliedsgruppen und anderer Gruppen, mit denen wir zusammenarbeiten, aufzubauen. Zuzeiten haben gewisse WRI-Mitglieder mehr Kontakt miteinander durch Netzwerke regionaler Art oder solche mit einem einzigen Zweck, als sie es durch die WRI selbst haben - und so sollte es sein. Keine Monopole hier! Aber wir sind davon überzeugt, dass unsere Kampagne zu dem Impuls dessen, was existiert, etwas hinzufügen kann - indem wir Verbindungen schaffen, die sonst fehlen, indem wir ein Forum des Austauschs über Taktiken und Strategien bereitstellen und übliche Themen verschärfen. Da die WRI den Krieg als ein Verbrechen gegen die Menschheit betrachtet, fühlt sie sich verpflichtet, Gewaltfreiheit zu verbreiten, um die Gründe für den Krieg zu beseitigen.
Wir - die Öffentlichkeit - werden zu Finanzierern des Krieges durch unsere Steuern und durch die Art, in der die Banken unser Geld verwenden. Das WRI-Büro selbst und viele Mitgliedsgruppen der WRI sind bereits darin engagiert, die Verweigerung von Kriegssteuern als einen Weg zu nutzen, das öffentliche Bewusstsein darüber zu wecken. In einigen Ländern haben Gruppen der WRI auch damit begonnen, auf die Rolle zu schauen, die Banken dabei spielen, wenn sie das Geld ihrer Kunden dazu nutzen, in die Waffenindustrie zu investieren. Vielleicht ist das am meisten in Belgien fortgeschritten, wo eine Kampagne unserer flämischen Sektion "Forum voor Vredesactie" Aufsehen verursacht hat. "My Money Clear Conscience?" hat zwei schwergewichtige Berichte herausgegeben, die die Militärinvestitionen von fünf bedeutenden belgischen Banken aufdecken.
In Spanien unternimmt KEM-MOC im Baskenland eine Kampagne gegen BBVA - Banco Bilbao Vizcaya Argentaria - mit Aktionen an ihrem Hauptquartier in Bilbao und bei Kongressen von Aktionären. Als einen ersten Schritt hat die Madrider Gruppe MOC-Carabanchel einen Aufkleber produziert, der hauptsächlich auf Kassenautomaten geklebt wird, ein 50-Euro-Schein mit dem Text: "Ihre Ersparnisse finanzieren den Krieg. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank."
In der Vergangenheit waren einige Banken Ziele von Kampagnen mit dem Ziel des Entzuges von Anlagekapital. Eine der erfolgreichsten Kampagnen fand in Großbritannien gegen die Barclays-Bank statt wegen ihrer Verbindungen zur Apartheid in Südafrika. Als die Kampagne begann, warb Barclays mehr als die Hälfte jeder Generation von Universitätsstudenten an, Konten bei ihnen zu eröffnen, aber allmählich änderte sich das Bild. Nicht nur dass der Anteil von Studenten, die Konten eröffneten, dramatisch fiel, sondern viele Einzelpersonen und sogar korporative Kontoinhaber wie Kirchen, Gewerkschaften und Stadtverwaltungen kündigten ihre Konten, bis Barclays seine südafrikanischen Anlagen verkaufte.
Waffenfabrikanten genießen sichere Profite - besonders wenn sie bei multinationalen Projekten engagiert sind wie dem Eurofighter. Eine Anzahl von WRI-Sektionen, zum Beispiel in Deutschland, Frankreich und Spanien, sind engagiert in Kampagnen gegen das Eurofighter-Projekt. Ebenso wie sie Garantien erhalten, die ihren Verträgen angeboten werden, bekommen diese Gesellschaften oft Subventionen von nationalen oder sogar regionalen Regierungen - KEM-MOC hat an die Öffentlichkeit gebracht, dass Sener, ein Fabrikant militärischer Bestandteile, Subventionen von der baskischen Regierung erhält.
Es hat viele dramatische Aktionen an verschiedenen Waffenfabriken gegeben, von denen einige sogar einen Einbruch in die Fabrik einschlossen, um Waffen zu beschädigen. Vielleicht war die bekannteste davon die, als Ploughshares-Aktivisten das Britische Hawks-Flugzeug beschädigten. Eines der Gegenstände, die sie im Cockpit unterbrachten, war ein Video, das die Verwendung von Hawks durch Indonesien in Ost-Timor zeigte. Als sie dieses Video vor Gericht vorführten, half es dazu, die Geschworenen zu überzeugen, dass die Aktivisten versuchten, ein größeres Verbrechen zu verhindern.
Einige Waffenfabrikanten produzieren Konsumgüter und könnten auf diese Weise ein Ziel für Boycottkampagnen sein. Eine Anzahl von Kampagnen hat auch versucht, Mitglieder der Arbeiterschaft zu erreichen, um zu diskutieren, wie ihre Fähigkeiten zur Produktion sozial nützlicher Güter statt Waffen beitragen könnten.
In verschiedenen Ländern haben antimilitaristische Gruppen Aktien gekauft; also können sie an den jährlichen Kongressen der Aktienbesitzer teilnehmen, um dort Themen einzubringen, während andere versuchen, Körperschaften mit Aktienbesitz ausfindig zu machen, die Skrupel über die Herstellung von Waffen haben könnten - zum Beispiel Kirchen und Gewerkschaften. Studentengruppen haben gelegentlich einen "warmen Empfang" für solche Gesellschaften arrangiert, wenn sie auf das Unigelände kamen, um MitarbeiterInnen unter den Examinanden zu gewinnen. Die War Resisters' League (WRL) in den USA hat eine Strategie gegen solche Rekrutierungen, mit Schwerpunkt auf die Firma Halliburton, wenn sie Angestellte auf dem Gebiet der Colleges zu gewinnen sucht.
Im Irak übertrifft die Zahl ausländischer Angestellte privater Militärfirmen jedes nationale Militärkontingent, ausgenommen das der USA selbst. Weltweit haben die vergangenen Jahre den Aufstieg privater Sicherheitsfirmen gesehen wie Dyncorps, Halliburton, Saab, Serco und Sodexho, die zahlreiche Dienstverträge für die Militärs ausführen.
Die Aktionslinien gegen solche Gesellschaften bestehen im Augenblick hauptsächlich in der Erforschung und der öffentlichen Verbreitung von Informationen über die Rolle solcher Gesellschaften. Die WRL hat speziell einen Rednerausschuss mit dem Titel "Händler des Todes" gebildet, der solchen Vertragsfirmen besondere Aufmerksamkeit widmet.
Da die meisten dieser Gesellschaften ausschließlich von Regierungsverträgen abhängen, sind die Aussichten für einen Boykott oder andere Konsumentenaktionen begrenzt. Aber einige antimilitaristische Gruppen erwerben Aktien, um bei Treffen der Aktionäre das Wort zu ergreifen. Die Aldermastonn Women's Peace Camp(aign) hat eine Kampagne der Aktienbesitzer gegen Serco begonnen (ein Teil des Konsortiums, das Aldermaston betreibt - eine Firma, die gerade für Großbritanniens neue Generation von Nuklearwaffen erweitert wird).
Ausstellungen, wo militärbezogene Industrien ihre Waffen vorstellen, sind Ziel für eine breite und phantasievolle Reihe von Aktionen geworden - besonders weil solche Ereignisse normalerweise mehrere Tage andauern. Die DSEI in London, die AFCEA in Brüssel und die EuroSatory in Paris sind drei Messen, die die Aufmerksamkeit von verschiedenen antimilitaristischen Gruppen in verschiedenen europäischen Ländern auf sich gezogen haben. Während viele Aktionen auf den Straßen oder sogar U-Bahnen stattfinden, die zu den Messen führen, haben es Aktivisten in verschiedenen Verkleidungen geschafft, auf das Messegelände vorzudringen um sich gegen das zu wehren, was dort vor sich geht. Manch mal haben die Kampagnen vor solchenEreignissen Erfolg darin gehabt, Stadtverwaltungen davon zu überzeugen, die Zusammenarbeit mit solchen Messen zurückzuziehen und sogar ihre Absage zu erreichen.
Howard Clark , Ratsmitglied der WRI
Übersetzung aus dem Englischen: Gerd Büntzly
Es gibt viele Möglichkeiten, von einem Krieg zu profitieren. Manche sagen, dass sogar Friedenskampagnen davon profitieren! Die Kriegsgewinnler, über die wir hier sprechen, sind Firmen, die bei bewaffneten Konflikten immer auf hohe Gewinne spekulieren.
Es gibt davon drei Hauptkategorien: Waffenhändler, Maschinen- und Gerätelieferanten und Firmen, die den Armeen ihre Dienste anbieten.
Waffenhändler müssen unbedingt genannt werden. Krieg ist für sie nicht nur ein Markt, um ihre Waren zu konsumieren, sondern auch kostenlose Werbung für ihre Produkte. Die größten Firmen heutzutage sind: Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grumman, Raytheon und General Dynamics in den Vereinigten Staaten von Amerika und BAE Systems, Thales und EADS in Europa.
Andere Lieferanten erzielen Gewinne durch Kriege oder einen speziellen Krieg. So besteht, z. B., kein Zweifel daran, dass Caterpillar, die US-Bulldozer-Firma, niemals so viele Geräte an die israelische Armee hätte verkaufen können, gäbe es da nicht den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern, in dem Häuser demoliert werden und die Apartheidwand errichtet wird.
Logistik und Dienstleistungen für Armeen sind Schlüsselaspekte jeder militärischen Aktion. Heutzutage werden diese hauptsächlich durch multinationale Firmen, die sich um die Verträge bewerben, kontrolliert. Wenn PWC-Logistics Verträge von der US-Armee zugeteilt bekommt für Schwertransporte (bis zu $ 1,5 Milliarden in 5 Jahren) und Lebensmittellieferungen (bis zu $ 14 Millarden in 4 Jahren), dann hat das nur mit dem Krieg im Irak und in Aghanistan zu tun. Der Nettogewinn dieser Firma stieg von 2002 bis 2004 sprunghaft von $ 32 Millionen auf $ 336 Millionen an. Sodexho (Catering und Services) wird irgendwie nicht als Kriegsgewinnler angesehen, wenn sie Lebensmittel und andere Dinge an 55 US-Marine-Basen liefern; aber sie sind es definitiv, wenn sie die französische Armee und die KFOR der UN im Kosovo, die NATO in Kabul und die US-Streitkräfte in Südkorea unterstützt sowie die 379th Expeditionary Contracting Squadron in Qatar. "Durch globale Aufgaben (d. h. der Krieg im Irak ......) ist der Markt in einem Jahr stark angewachsen," sagt Andrew Leach, der Vorstand für Verteidungsdienste von Sodexho. Da langfristige Konflikte sich auf Militärbedienstete auswirken, die nicht gerne so lange von zuhause weg sind, hat Sodexho ? zusammen mit den US-Marine-Corps ? die Messhall-Akademie geschaffen, um Zivilisten auf das militärische Leben vorzubereiten und ihnen dabei zu helfen, während ihrer langen Dienstzeit die Befehle zu befolgen.
Private Firmen stellen jetzt auch Dienstleistungen, die traditionell durch die Armee geleistet wurden, besonders in Sachen Sicherheit ? wie technische Systeme, Geheimdienste und Sicherheitspersonal. Dieses Sicherheitspersonal ist eine neue Form von Söldnern. Ganzheitliche technische Systeme werden von Waffenhändlern ? wie Thales, Lockheed Martin, Northrop Grumman ? sowie von IT-Firmen, wie Analytical Services Inc., Computer Sciences Inc. und Electronic Data Systems Corporation geliefert. Andere Firmen spezialisieren sich auf Geheimdienst, und ihre Systeme kommen zusammen mit Geheimdienstspezialisten oder Sicherheits-/Antiterrorismusspezialisten (die meisten davon kommen aus dem Geheimdienst der Regierung oder aus Kommandoeinheiten). So hat z. B. das Geheimdienst- und Sicherheitskommando der US-Streitkräfte einen Vertrag in Höhe von $ 155 Mio. an CACI International Inc. vergeben, damit diese den Kommandeuren helfen, Geheimdienstinformationen zu sammeln und die Kommunikations- und Geheimdienstsysteme des Feindes zu stören. Corporate Watch entdeckte, dass solche privaten Angestellten als Befragungsexperten im Gefängnis Abu Ghraib gearbeitet haben. Sogar die Sicherheit von Paul Bremmer im Irak wurde nicht durch die US-Streitkräfte sichergestellt, sondern durch Sicherheitsleute von Blackwater. Und eine Firma wie Vinnel Corporation ist mit der Ausbildung der saudiarabischen Nationalgarde beauftragt.
Die meisten dieser Firmen, die ihre Sicherheits- und Ausbildungs-Leute an die Streitkräfte senden, bieten ihre Dienste auch an andere Firmen an, die in Kriegsregionen arbeiten. PSC Defense Systems Ltd. (Mitglied der Armor Group) schützt die Interessen von BP Amoco in Kolumbien. Dieser Schutz beinhaltet Auswahl und Unterhaltung von Bewaffnung für das Gastgeberland. Laut Moskauer Verteidungsbericht (Januar 2005) finanziert BP auf diesem Wege die kolumbianische Armee. In Angola hat Air Scan ? die mit PSC Defense Systems zusammenhängt ? einen Vertrag mit Texaco Chevron, um die dortigen Ölvorkommen vor Aufständischen in dieser Cabinda-Enklave des Landes zu schützen. Zusätzlich zu privaten Sicherheitsdiensten und damit zusammenhängenden Diensten bieten einige Firmen auch an, liegengebliebene Minen und Munition nach dem Krieg zu suchen und zu entschärfen. Sie können davon ausgehen, daß diese Dienste aus wirtschaftlichen Gründen angeboten werden ? nicht aus humanitären Gründen.
Sobald die Bomben die Infrastruktur zerstört haben, werden Firmen angeheuert, um das Land wieder aufzubauen. In diesem Spiel haben Halliburton -- und ihre Tochterfirma Kellog, Brown and Root -- die Trophäe im Irak nach Hause gebracht. Diese Infrastruktur beinhaltet auch Strafanstalten, in denen die US-Streitkräfte Gefangene einsperren. Bechtel (Baufirma) ist auch kein Verlierer mit einem Anfangsvertrag über $ 680 Mio., dem ein weiterer über $ 1.8 Mio. folgte, den sie sich mit Parson and Horne Engineering teilen mussten. Halliburton hat auch $ 900 Mio. an US Regierungsverträgen bekommen in anderen Teilen der Welt, wie Afghanistan und auf dem Balkan. In Afghanistan ist die französische Firma Alcatel einer der Hauptlieferanten für Telekommunikationssysteme. Der Betonhersteller Lafarge kaufte alle Firmen dieser Art in Serbien auf. Wegen der Dringlichkeit des Wiederaufbaus der vom Krieg zerstörten Infrastruktur sind die Verträge oft überbezahlt, was das Interesse vieler Firmen an diesem Markt hervorruft.
Kriege und Spannungen implizieren ein gewinnbringendes Rennen für Waffenhändler. Banken wissen das sehr genau und sind sehr eifrig, davon zu profitieren. Das einzige Problem ist die Unsicherheit . der Markt mag sie nicht. Ein französischer Finanzexperte sagte im März 2003: "Wenn wir für Krieg bereit sind, so wie jetzt, fallen die Aktienkurse; aber wir erwarten, daß diese wieder steigen, sobald die ersten Bomben auf den Feind gefallen sind." Im Februar 2002 veröffentlichte Merrill Lynch, die berühmte US-Investment-Institution, eine Mitteilung, dass eine Militätkampagne im Jahre 2002 oder 2003 gegen das Regime von Saddam Hussein den Munitionsherstellern gute Profite bringen würde. Die gleiche Nachricht sollte die verschiedenen möglichen Szenarien zeigen, die nicht alle gleichermaßen profitabel seien. Alliant Techsystems war ein globaler Gewinner, während Raytheon Luftangriffe favorisierte . im Gegensatz zu General Dynamics, die für eine Bodeninvasion waren. Sollte der Irak genügend Flugzeuge der Allierten abschiessen, würden Boeing und Lockheed davon profitieren . wenn nicht Angriffe wie die vom 11. September 2001 daraus resultierten. In letzterem Fall könnte der zivile Markt den Anstieg des militärischen wieder zunichte machen ....... Aaaargh. Mit Unsicherheit kann man wirklich schlecht umgehen.
Da Krieg Profite abwirft, ist die Versuchung sehr hoch; aber noch etwas Anderes ist modern geworden (and deshalb auch profitabel): ethische Investitionen. Profitmachende Fachleute können keine Gelegenheit auslassen, deshalb müssen sie in der Lage sein, in Waffenhandelsfirmen zu investieren und gleichzeitig ethische Obligationen anzubieten. Axa dachte, dass dieser duale Weg kein Problem darstellen würde, bis eine belgische Kampagne sie bei der Jahreshauptversammlung der Firma damit konfrontierte ("Mein geldfreies Gewissen").
Erinnern wir uns an die Haltung von Fox News im Jahre 2003, um zu verstehen, wie sehr die Medien von einem Krieg profitieren können -- wie sie, wenn erforderlich, diesen sogar forcieren können. Al-Jazeera wurde durch die Kriege in Afghanistan und Irak auch berühmt und gewann mehr Zuschauer. In jedem Land profitieren die meisten kommerziellen Medienhäuser . entweder durch Fernsehen, Radio, Internet oder Zeitungen. Selbstverständlich bringt nicht jeder Konflikt Profite ein. Deshalb sind einige Konflikte nicht bekannt oder geraten beim Publikum in Vergessenheit, besonders wenn das Fernsehen die sich abspielenden Dramen nicht live überträgt. So wird der tschetchenische Konflikt in Russland in den Medien wieder auftauchen, wenn Schulkinder oder ein Theaterpublikum sichtbare Geißeln werden ......... mit abwechselnd Werbeblocks und Nachrichten-Sondersendungen.
Tikiri, Aktivist aus Frankreich
In seiner Abschiedsrede im Januar 1961 sagte der amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower:
"Wir in den Regierungsräten müssen uns vor unbefugtem Einfluß -- beabsichtigt oder unbeabsichtigt -- durch den Militär-Industrie-Komplex schützen. Das Potential für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Kräfte ist vorhanden und wird weiterhin bestehen. Wir dürfen es nie zulassen, daß die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet. Wir sollten nichts als gegeben hinnehmen. Nur wachsame und informierte Bürger können das angemessene Vernetzen der gigantischen industriellen und militärischen Verteidungsmaschinerie mit unseren friedlichen Methoden und Zielen erzwingen, so dass Sicherheit und Freiheit zusammen wachsen und gedeihen können."
Einige betrachten diese Rede als ein historisches Überbleibsel, das man hin und wieder hervorholen muß und sei es nur als Erinnerung an eine Zeit, als Präsidenten noch in ganzen glaubhaften Sätzen sprachen. Aber der MilitärIndustrie -Komplex floriert weiterhin und gefährdet Freiheiten und den demokratischen Prozess.
Wie können wir aufmerksame und informierte Bürger (im Sinne Eisenhowers) sein? Nicht (wie er vorschlägt) um das richtige Vernetzen mit der Industrie und dem Militär zu erzwingen, sondern eher um den Prozess der Demontage eines offensiven und kriminellen Militärs zu beginnen. Untersuchungen und Analysen werden benötigt. Das Internet ist eine Schatzkiste für Informationen, es kann auch vergebliche Mühe sein. Behandeln Sie Informationen von unbekannten Webseiten mit der gleichen Sorgfalt wie Emails die mit "Dear Sir, we have an investment opportunity for you ..." anfangen.
Hier sind ein paar Einführungsseiten für Untersuchungen aufgeführt:
1. Top 100 Liste. Jedes Jahr veröffentlicht das Verteidungsministerium Informationen über seine Geschäftspartner. Sie sollten mit den Listen, die Einzelheiten über die "100 Top-Geschäftspartner des Pentagons" gibt, anfangen.
Aus dieser Liste können Sie ersehen, welche Firmen die größten Verträge erhalten, wie die Anzahl der Verträge seit letztem Jahr gestiegen oder gefallen ist., Sie erhalten auch ein detaillierteres Bild darüber, welche Art Verträge eine Firma und ihre Tochtergesellschaften erhalten. http://web1.whs.osd.mil/peidhome/procstat/p01/fy2004/top100.htm
Der Bericht Dollar Shift: The Iraq War and the Changing Face of Pentagon Contracting (Dollarschub: der Irak-Krieg und die sich verändernde Art der Vertragsabschlüsse des Pentagon) des Arms Trade Resource Centers stammt fast ausschließlich von der Top-100-Liste des Pentagon. Eine Zusammenfassung wurde im Februar 2005 veröffentlicht und steht auf unserer Webseite unter http://www.worldpolicy.org/projects/arms/reports/Top102005Report.html
2. Informationen über militärische Verträge. Das Verteidigungsministerium schickt Verträge im Wert von $5 Mio. oder mehr an jedem Geschäftstag um 17 h und archiviert sie auf seiner Website. http://www.defenselink.mil/contracts/ Unter http://www.defenselink.mil/search/ können Sie nach Verträgen per Firma oder Waffensystem suchen.
3. Die Webseiten der Firmen. Diese Firmen sind stolz darauf, was sie tun, und bauen auf Aktivisten, die nicht aufpassen oder nicht die Ausdauer haben, sich durch das Techno-Gerede zum Kern durchzubeißen. Auf deren Firmen-Webseiten kann man sich eintragen, um regelmäßig Pressemeldungen direkt an die EmailAdresse zu bekommen.
4. Neue Recherchen. Die meisten öffentlichen oder Universitätsbibliotheken haben Lexus Nexus, ProQuest, oder andere Datenbanken, um Zeitungsartikel mit Informationen über Firmen zu suchen. Seiten wie Google News haben eine "Clipping Service"-Funktion, die Artikel mit Hilfe bestimmter Schlüsselwörter an Ihre E-mail schicken. Gehen Sie zu Google News Alerts http://www.google.com/alerts?hl=de zum Einrichten eines Clipping Services für die von Ihnen ausgewählte Firma.
Aus normalen Nachrichten und Geschäftsberichten kann ein kühner Forscher einige der kritischen Punkte einer bestimmten Firma herauslesen. Vielleicht streikt ihre Gewerkschaft oder es wird gegen sie ermittelt wegen des Verkaufs verbotener Technologien an den Iran oder China. Vielleicht fiel eines ihrer stark subventionierten "Gold-Ticket"-Programme durch einen weiteren Test oder zerkrachte wegen einer Fehlfunktion, oder ein bestimmter grausamer Angriff auf Zivilisten im Irak ist das Ergebnis davon, daß eine der lasergesteuerten hochakkuraten Waffen das Ziel verfehlt hat. Sie können erfahren, daß ihr neuer CEO, der eingestellt wurde, um "das Haus zu säubern und die Integrität wieder herzustellen, wegen einer Affäre mit einer Untergebenen zum Rücktritt gezwungen wurde, oder daß das neueste Aufsichtsratsmitglied gerade aus dem Weißen Haus oder dem Senat jkam. Alle diese Informationen helfen dabei, ein kompletteres Bild der Firma zu entwickeln.
5. Sobald Sie grundlegende Informationen über die Art der Verträge haben die Ihre Firma bekommt, und sobald sie ein Gefühl dafür haben, welchen großen Themen diese gegenüberstehen, können Sie das Bild mit dem Geldfaktor abrunden: Wer bekommt es? Wer gibt es? Wer fordert was? Gehen Sie zur Seite von The Center for Responsive Politics? Open Secrets. Dort können Sie nach den Beiträgen Ihrer Firma zu den Kampagnen gewählter Personen (und vieles mehr) suchen. http://www.opensecrets.org/
6. Schließlich bietet Ihnen die Webseite von The National Priorities Project eine Menge Werkzeuge, um Ihnen Argumente zu geben, wie Militärausgaben Ihre Gemeinde der benötigten Resourcen beraubt. http://www.nationalpriorities.org/ Der Militär-Industrie-Komplex ist überall und doch schwer faßbar. Firmen, wie General Electric, bringen nicht etwas Gutes und zünden die Bombe, indem sie Glühbirnen und nukleare Zünder gleichzeitig fertigen. Aufrufe zu Verbraucherboykotts, wie sie die Aktivisten vor 30 Jahren verfaßten, sind nicht mehr so effektiv oder sogar nicht mehr möglich. Wir brauchen neue Strategien.
Es gibt ein paar ziemlich fortschrittliche Kampagnen, die Firmen stigmatisieren, die Geschäfte mit Ländern wie dem Sudan und Israel machen. Die Anwendung der "Fingerzeig"-Methode auf Firmen, die Massenvernichtungswaffen herstellen und den Gemeinden wertvolle Resourcen wegnehmen, ist ein hilfreicher ausbaufähiger Weg. Einige der anderen Werkzeuge sind: Öffentliches Beobachten: Erhöhung der politischen Kosten durch Kriegsgewinnler; Aktionärskampagnen: Ausbildung und Unterstützung im Sitzungssaal der Firma; Kampagnen, um die Todeshändler ihrer "Corporate-Persönlichkeit" zu entledigen: langfristige Rechtsstreits aber brilliantes politisches Theater.
Im letzten Jahr hat War Resisters' International ein neues Programm zur Gewaltfreiheit erarbeitet. Ziel des Programms ist es, unser Verständnis von Gewaltfreiheit, gewaltfreien Strategien und Kämpfen zu vertiefen und zu verstärken. Außerdem soll es ein Werkzeug für gewaltfrei agierende Gruppen darstellen und ihnen Unterstützung bieten (siehe BR Nummer 65). Ein Teil dieser Arbeit besteht in der Schaffung von Ressourcen für die WRI-Kampagne gegen Kriegsprofiteure.
Während des Weltsozialforums in Mumbai im Januar 2004 rief Arundhati Roy die Bewegung auf, ?Widerstand gegen die Besetzung des Irak? zu leisten, und sich dabei auf zwei große Firmen zu konzentrieren, die von der Besetzung profitieren. WRI wird diesem Aufruf nachkommen und sich für das Bewusstsein einsetzen, dass Kriegsprofite eine Ursache für Krieg sind. WRI`s antimilitaristische Forderung zielt nicht nur darauf ab, Profitinteressen aus Krieg ?herauszuhalten?, sondern darauf, die Kriegstreiber anzuzeigen ? denn ?Krieg ist ein Verbrechen gegen die Menschheit?. Die gemeinsame Entscheidungsmacht dieser Unternehmen ist so gewaltig, dass es untertrieben wäre zu sagen, sie schlügen ?Profit aus Krieg? ? sondern sie führen Krieg des Profites wegen. So wird offensichtlich, dass das Abzielen auf Unternehmensgewinne eine Kriegsursache ist.
Der Entwicklungsprozess der Kampagne nahm 2004 beim Rat in Ohrid seinen Anfang. Dort begannen wir, nach möglichen Zielen und Strategien zu suchen. Beim Ratstreffen in Seoul 2005 diskutierten wir über eine angemessene Antwort auf Arundhati Roy´s Aufruf, sich auf zwei Hauptprofiteure zu fokussieren und regionale und lokale Kampagnen zu unterstützen.
WRI hat seine Kampagne auf zwei öffentlichen Foren präsentiert. Der Workshop ?Privatisierung des Militärs/ Kriegsprofiteure? während des Ohrid Seminars 2004 und der Workshop ?Gewaltfreie Kampagne gegen Kriegsprofiteure? beim Europäischen Sozialforum 2004 dienten beide als Bildungsveranstaltung und als Forum, um Ideen zu sammeln.
Die WRI-Kampagne gegen Kriegsprofiteure wird sowohl eine internationale Kampagne mit dem Fokus auf zwei Firmen, als auch ein Instrument für lokale Aktionen sein. Das Programm für Gewaltfreiheit kann die Koordination übernehmen und einen Austausch von Strategien leisten. Die Kampagne selbst wird jedoch keine einheitliche, von einem Zentralbüro ausgehende Aktion sein, sondern eine Sammlung lokaler Aktivitäten. Die Kampagne soll zwar in das WRI-Netzwerk eingebettet sein, wir wollen aber auch darüber hinaus mit Gruppen der ?Globalisierung von unten?- Bewegung und Gruppen aus der Bewegung gegen Waffenhandel zusammenarbeiten. Ein Teil des Koordinationsprozesses ist das Erschaffen von Slogans und eines Logos, das die lokalen Kampagnen übernehmen können. Bis jetzt haben wir zwei zentrale Parolen ausgegeben. Die wichtigste, ?Stoppt Kriegsprofiteure. Krieg ist ein Verbrechen gegen die Menschheit?, wird im Logo der Kampagne stehen. Eine weitere, ?Manche machen aus Krieg ein tödliches Geschäft?, kann benutzt werden, um die Firmen direkt zu benennen, z.B. ?Sodexho macht aus Krieg ein tödliches Geschäft?. Das kann auf Bannern, Flugblättern, Aufklebern etc. erscheinen.
Es ist eine schwere Aufgabe, aus der Vielzahl der Unternehmen, die von Krieg profitieren, zwei auszuwählen. Auf internationaler Ebene reicht unsere Kapazität jedoch nur aus, um uns auf zwei Firmen zu begrenzen. Die Geschäftetreiber mit dem Krieg haben viele Gesichter: Waffenhersteller, Söldner, Wiederaufbaufirmen, Banken, die Kredite an sie vergeben etc. Viele der Kriegsprofiteure im Irak sind US-amerikanische Unternehmen, und es besteht die Gefahr, Antiamerikanismus zu schüren, wenn wir gegen solche Unternehmen mobilisieren. Aber US-Firmen haben derzeit die Vormachtstellung und das müssen wir benennen. Wichtig ist, dass wir den Profit mit dem Krieg als universelles Problem betrachten, und auch mit einbeziehen, inwiefern europäische Firmen beteiligt sind. Diese Kampagne richtet sich gegen alle Kriegsverdiener, nicht nur gegen diejenigen, die im Irak mitmischen. Auf lokaler Ebene werden die Ortsgruppen selbst entscheiden, auf welche Kriegstreiber sich ihr Protest konzentrieren soll. Manche werden ihre Aktionen gegen die ausgewählten internationalen Konzerne richten, andere sich auf die beziehen, die in ihrer Region vertreten sind. Die Organisation auf lokaler Ebene kann schwierig sein, wenn diese Firmen Arbeitgeber vor Ort sind.
Unsere Kampagne soll auf keinen Fall dem Waffenhandelsnetzwerk mehr Arbeit beschaffen, sondern die Arbeit gegen das Verdienen am Krieg verstärken.
Eine kritische Herausforderung bei der Entwicklung einer Kampagne gegen Kriegsprofiteure ist das Festlegen erreichbarer Ziele. Versuchen wir wirklich, einen Konzern dicht zu machen, der von Krieg profitiert? Wenn wir es schaffen, ein solches Werk zu schließen, wird dann nicht ein anderes dessen Job übernehmen? Wenn wir ein Unternehmen ernsthaft treffen können, ist das dann nicht eine Botschaft an andere, vor allem solche, die ebenfalls im Blickfeld der Aktionen stehen? Wenn wir nach erreichbaren Zielen suchen, brauchen wir Strategien, um deren Einfluss zu bekämpfen.
Welche Gegebenheiten und Chancen können wir uns bei der Arbeit an dieser Kampagne zu nutze machen? Die Stärke von WRI ist es, moralische Fragen zum Funken für Aktionen werden zu lassen . und sich an Krieg zu bereichern, ist eine solche Frage. WRI.s grundlegende Kritik . Krieg ist ein Verbrechen gegen die Menschheit . muss jetzt mehr denn je öffentlich geäußert werden. Angesichts der steigenden Zahl von Opfern im Irak und der Entlarvung der .Kriegsgründe. als Lügen, muss die Frage nach den Nutznießern des Krieges laut werden.
Der Wiederaufbau nach dem Krieg wird gebraucht, um das bewaffnete Eingreifen nachträglich zu legitimieren. Kriegsprofiteure sind Korporationen, die zerstören, .beschützen. und .wiederaufbauen.. Sie sind es auch, die um ihrer Gewinne wegen das Kriegstreiben fördern.
Firmen, die an der Kriegsführung verdienen, wollen nicht, dass dies an die Öffentlichkeit gerät. Sichtbarkeit ist einer ihrer Schwachpunkte. Sie versuchen ihre Verantwortung zu verschleiern, damit die Allgemeinheit nichts von ihren tödlichen Geschäften erfährt. Das Sichtbarmachen ihrer Beteiligung und ihres Versteckspiels macht sie verwundbar.
Joanne Sheehan, Vorsitzende der WRI
Javier Gárate, WRI-Mitarbeiter
Die WRI hat auf ihrer Webseite ein neues Wiki gestartet ? sehe es Dir unter http://wri-irg.org/wiki/index.php/Hauptseite doch einmal an, und schaffe Dir einen eigenen Wiki-Accout an!
Erfahrene und neue Wiki-NutzerInnen sind eingeladen mitzumachen. Stelle aber bitte sicher, dass Du Dir einen Wiki-Account anschaffst, und Dich in jede Sitzung einloggst. Du musst eingeloggt sein, um neue Artikel zu schreiben, oder existierende Artikel zu bearbeiten, aber Du bist herzlich willkommen, Dir die Seiten als Gast einfach nur anzuschauen.
Was ist ein WRI Wiki?
Ein Wiki ist ein Internet-gestütztes Mittel zur Zusammenarbeit ? viele mögen schon von Wikipedia, der Internet-Enzyklopädie, gehört haben. In einem Wiki kann jede und jeder einen Text bearbeiten, einen neuen Text hinzufügen, und so können WRI-AktivistInnen gemeinsam eine hilfreiche Materialsammlung im Internet erstellen. Bisher haben die WRI-MitarbeiterInnen das WRI-Wiki mit einigen Artikeln zu Kriegsgewinnlern "bevölkert". Doch es gibt keine Grenzen. Du kannst hinzufügen, was Du willst, solange es in einem Zusammenhang mit der WRI steht.
Auch wenn das Wiki bisher im wesentlichen auf Englisch begonnen wurde, so bist Du doch herzlich eingeladen, Texte in anderen Sprachen hinzuzufügen.
Die War Resisters' International hofft, dass das Wiki die Zusammenarbeit unter WRI-AktivistInnen verbessern wird, und dass so eine gemeinsame Materialsammlung zu Gewaltfreiheit und Antimilitarismus entstehen wird. Doch letztlich hängt es alles von DIR ab.
Sehe es Dir an unter http://wri-irg.org/wiki/index.php/Hauptseite
Internationale Konferenz der WRI 2006
Schloss Ehringerfeld, Paderborn
23.-27. Juli 2006
Diese Konferenz ,Gewaltfreiheit globalisieren' der War Resisters' International wird eine großartige Gelegenheit, um Aktive aus der ganzen Welt zu treffen, ihre Hintergründe kennen zu lernen, und zu verstehen, wie wir alle eine andere Welt möglich machen können. Auf der ganzen Welt entwickelt sich eine ,,Bewegung der Bewegungen". Sie will die Sichtweisen und Werte der Bevölkerung denen der Konzerne, Institutionen und Regierungen entgegensetzen - auch in den Anti-Kriegs-Aktionen. Es ist eine ,,Globalisierung von unten". Die War Resisters' International denkt, dass die Gewaltfreiheit in dieser Globalisierung von unten noch viel wichtiger werden kann. Darum die Überschrift unserer internationalen Konferenz: Gewaltfreiheit globalisieren.
Mehr Informationen unter www.gewaltfreiheitglobalisieren.org
Jedes Jahr zum 1. Dezember stellt die WRI eine Liste derjenigen zusammen, die wegen Kriegsdienstverweigerung oder Friedensaktivismus inhaftiert sind.
Dieser Jahr werden wir einen Schwerpunkt auf Eritrea legen, ein Land, das durch Krieg und ein autoritäres Regime zerstört wurde, und wo der einzige Ausweg für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure -- Frauen und Männer -- darin besteht, das Land zu verlassen. Bitte bestellt die Kampagnenmaterialien (ab November erhältlich).
Mehr Informationen zu Eritrea unter http://wri-irg.org/news/2005/eritrea-en.htm
Das Zerbrochene Gewehr ist das Mitteilungsblatt der War Resisters? International und wird in englischer, spanischer, französischer und deutscher Sprache veröffentlicht. Dies ist Ausgabe 67, September 2005.
Diese Ausgabe wurde von Javier Gárate zusammengestellt. Besonderer Dank gilt Howard Clark, Tikiri, Frida Berrigan, Joanne Sheehan und anderen, die mit Informationen zu dieser Ausgabe beigetragen haben.
Weitere Exemplare dieses Zerbrochenen Gewehrs sind vom WRI-Büro erhältlich oder als Download von unserer Website.
War Resisters' International
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