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WRI homepage > Publikationen > das zerbrochene Gewehr > Nr.61, Mai 2004 || PDF

15 Mai 2003: Internationaler Tag zur Kriegsdienstverweigerung
Solidarität mit Chile und Lateinamerika

Editorial

Der Schwerpunkt des diesjährigen internationalen Tages zur Kriegsdienstverweigerung ist ein Land - Chile - aber auch ein gesamter Kontinent - Lateinamerika.

Wie Javier Garate und P. Carvallo in ihrem Leitartikel beschreiben, ist Militarismus tief in der chilenischen Gesellschaft verwurzelt. Selbst nach der Rückkehr zu einer zivilen Regierung spielt das Militär in der chilenischen Gesellschaft eine wichtige Rolle. Da ist es nicht überraschend, dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Chile noch in weiter Ferne scheint. Auch wenn sich derzeit keine Kriegsdienstverweigerer im Gefängnis befinden, so weigern sich doch erklärte Kriegsdienstverweigerer sich für die Wehrpflicht zu registrieren, und brechen daher das Gesetz - sie hängen von der Willkür der Herrschenden ab, die sich leicht entscheiden könnten, sie zu bestrafen.

Chile ist nur ein Land. Auch wenn die Situation in den verschiedenen Ländern Lateinamerikas sich unterscheidet, so ist die Kriegsdienstverweigerung dich nur in wenigen anerkannt. In einigen Ländern - z.B. In Kolumbien, wo ein Krieg geführt wird - kann KDV viele Formen der Weigerung, sich am Krieg zu beteiligen, annehmen.

Mehr als Genug Gründe für einen Schwerpunkt zu Chile und Lateinamerika.

Andreas Speck
CO Campaign Worker im WRI-Büro, London

Solidarität mit Chile und Lateinamerika

Der überdimensionale Einfluß des Militarismus in Chile kann nicht ganz und alleinig der Militärdiktatur Pinochets (1973-1990) zugeschrieben werden, sondern er ist ein historischer Entwurf, der dem Staat/der Nation Chile Character und Form gegeben hat.

Der Einfluß des Militärs, der Militärkultur, manifestiert sich schon seit frühen Zeiten (einschließlich der Herrschaft Portalianos - ab 1830) in einer hierarchischen Gesellschaft, die vom Staat gesteuert wird, der somit die sozialen Funktionen der Gemeinden und der Zivilgesellschaft in der Stadt und auf dem Land übernimmt. Dadurch entsteht eine nationale, expansionistische und gleichzeitig zentralistische Politik, die sich vom Norden an der Küste Boliviens und Perus bis zum Süden an die Küste des Mapuche-Volkes und der patagonischen Völker, ja sogar bis Polynesien ausdehnt.

In diesen Vorstoß wird die Gesellschaft militärisch einbezogen, indem man sie zum Teil der Nationalgarde und der Besiedlung der gewonnenen Gebiete macht. Das Heer, das Militär, wird als höchster Bezug zum Chilenen- Sein dargestellt.

Diese Denkweise erlaubt es, jegliche politische oder soziale Opposition - sei sie antimilitaristisch oder pazifistisch - als nicht chilenisch zu verklagen. In diese Kategorie fallen Gewerkschafter, Anarchisten, Sozialisten, Kommunisten, die seit dem 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts verfolgt, ausgegrenzt und vernichtet wurden oder - als Kompromißlösung in die institutionalisierte Politik aufgenommen wurden, was letztendlich soziale Zustimmung fand. Dieser Kompromiß läßt ideologisch die militärischen Sektionen außen vor, die aus germanisch-preussischer Sichtweise durch die Zivilregierungen dem Einfluß der EU-Militär- und Sicherheitsdoktrin geopfert wurden, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg. Dieser Einfluß verschlimmerte sich und führte - zusammen mit dem nationalistischen südamerikanischen Denken nach faschistisch-hierarchischem Muster - dazu, daß in den chilenischen Streitkräften die Vorhut der reaktionären und Anti-Allende- Bewegung entstand, die schon seit vor der Machtergreifung der Regierung der Unidad Popular (Volkspartei) im Jahre 1970 wirkte.

Nachdem von ihm in Auftrag gegebenen Mord an Allende und der Zerstörung der Volkspartei, verwirklicht das Militär eine vor allem kulturelle und ökonomische Umstrukturierung des Landes, die die Streitkräfte zu moralischen und politischen Verwaltern des Landes macht. Das nimmt Gestalt an in der Verfassung von 1980, die der politischen Opposition auferlegt wird, und es ist diese militaristische, autoritäre Verfassung, die bis heute die im Staate Chile lebenden Personen regiert.

Diese Verfassung gewährt den Streitkräften eine Teilnahme an Senatsentscheidungen durch ernannte Senatoren (der Senat ist die stärkste der beiden Kammern des Kongresses).

Die Streitkräfte haben ökonomische Autonomie, auch was das Renten- und Pensionssystem angeht, sowie Bildungsautonomie, kulturelle Autonomie, usw., und dürfen sich in viele Bereiche des zivilen Lebens einmischen. Die demokratischen Regierungen haben nicht viel getan, um diesen Einfluß zu eliminieren. Ein Beweis dafür ist die Situation der Kriegsdienstverweigerer in Chile.

Die Kriegsdienstverweigerung in Chile kommt auf mit der Rückkehr der Demokratie in den Neunziger Jahren, aber - bevor die KDVBewegung "Ni casco Ni Uniforme" (MOC NCNU- Weder Helm Noch Uniform) 1996 entstand War sie ohne bedeutenden sozialen Einfluß. Als Ergebnis der Aktionen der MOC NCNU ist Kriegsdienstverweigerung nun ein auf nationaler Ebene debattiertes Thema und auch eine eigene besonders von den Jugendlichen aus den Volks- und Randgruppen angenommene Bewegung. Vielleicht sind es letztere, die weniger Mittel haben, sich gegen eine Wehrpflicht zu stellen, die in der Praxis nur für die Volksklassen eine Pflicht ist.

Jahr für Jahr verweigern mehr Jugendliche den Wehrdienst und begeben sich dafür in eine legal ungeschützte Situation, da der chilenische Staat, seine Regierung, unter militärischem Druck die Kriegsdienstverweigerung nicht legalisiert hat, obwohl er sie mittels internationaler Schriftstücke anerkannt hat. Im Gegenteil er verstrickt sich immer tiefer in eine Eskalation der Kosten für die Streitkräfte, die mit den Nachbarländern Streitereien verursachen und im Inland gleichzeitig die Mapuche-Bewegung und Volksorganisationen unterdrücken, die sich nur für eine Beendigung der Bevormundung durch das Pentagon einsetzen, das Chile als einen ihrer Trabanten hält, um dadurch die militärische Kontrolle in dieser Region zu behalten.

Die Arbeit von MOC NCNU ist es, die KDV und den Antimilitarismus in Chile durch direkte gewaltfreie Aktionen und zivilen Ungehorsam gegen eine gesetzliche Ungerechtigkeit, wie es die Wehrpflicht ist, zu fördern und bekanntzumachen.

Dafür gibt es den sozialen, politischen und gesetzlichen Widerstand gegen die Wehrpflicht, obwohl man in Chile - will man sich zum Verweigerer aus Gewissensgründen erklären - sich nicht in die Armeeregister einschreibt, was ein Bruch eines nationalen Gesetzes ist und wofür sich die Verweigerer wirklich einen legalen Konflikt einhandeln. Wir leisten auch Bildungs- und Untersuchungsarbeit, die sich kontinuierlich entwickelt, in Kursen, in Workshops, Seminaren, nationalen und internationalen Begegnungen und in dem Projekt des Centro de Estudios Sociales en OC y Antimilitarismo, CESOCAM (Zentrum für soziale Studien zu KDV und Antimilitarismus).

P. Carvallo, Javier Gárate
Ni Casco Ni Uniforme
Roberto Espinoza 1839
Santiago
Tel.: +56-2-556 6066
email info@objecion.cl
http://www.objecion.cl

Internationaler Tag zur Kriegsdienstverweigerung

Der Internationale Tag zur Kriegsdienstverweigerung wird seit den frühen 80er Jahren am 15. Mai begangen.

Es ist ein Tag, den Kampf von Kriegsdienstverweigerern für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung und gegen Krieg und Militarismus global in die Öffentlichkeit zu bringen.

Als Teil des WRI-Programms Das Recht, das Töten zu verweigern, hat sich die WRI zum Ziel gesetzt, für den 15. Mai eine Tradition einer internationalen gewaltfreien Aktion zur Unterstützung eines bestimmten KDV-Kampfes, begleitet von dezentralen Aktivitäten überall in der Welt, zu etablieren.

Im Jahr 2002 hat die WRI eine internationale direkte gewaltfreie Aktion am NATOHauptquartier in Brüssel organisiert, zur Unterstützung der KDV-Bewegungen auf dem Balkan. 2003 haben die WRI und New Profile gemeinsam ein internationales Training in Tel Aviv in Israel organisiert.

Dieses Jahr wird die internationale Aktion in Chile stattfinden, organisiert von Ni Casco Ni Uniforme.

Die War Resisters' International hofft, dass am 15. Mai auch zahlreiche lokale Aktionen stattfinden werden. Ein kurzer Überblick findet sich auf Seite 7, doch wir hoffen, dass das nur die 'Spitze des Eisbergs' ist. Schreibt bitte an die WRI, was Du/Sie am 15. Mai unternommen hast/haben, und spende zur Unterstützung der Arbeit der War Resisters' International (Informationen über Spenden auf den Seiten 7&8).

War Resisters' International 5 Caledonian Rd
London N1 9DX
Grossbritannien
tel +44-20-7278 4040
fax +44-20-7278 0444
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http://wri-irg.org/de

Keine Armee verteidigt den Frieden

Medellin ist eine Stadt der Kontraste, in der man viele Lebensweisen finden kann. Doch daneben leben in verschiedenen Stadtvierteln Menschen und führen einen Krieg der nicht nur zu Tot und langer Abwesenheit führt, sondern auch ein merkwürdiges Gefühl der Normalität hinterlässt - als wenn hier nicht passieren könnte. Doch es passiert, und mehr und mehr finden Vorschläge, dass die Menschen sich bewaffnen sollen um sich selbst und die verfassungsmässige Ordnung zu verteidigen Unterstützung. Das sind Vorschläge, die die Welt in „die Guten" und „die Bösen" unterteilen.

Jugendliche finden sich mittendrin in einem Konflikt, der zu groß ist, um ihn zu begreifen.

Tote in ihrer Nachbarschaft: Familien und FreundInnen von Kugeln durchlöchert in dem Feuer, dass die Träume von hunderten Jugendlichen zerstört. Es ist ein Konflikt, der Armeen fördert, und wegführt von alternativen Möglichkeiten, von Möglichkeiten einer anderen Welt und einer anderen Gesellschaft, in der Träume Wirklichkeit werden können.

Manchmal reichen die Träume von jungen Frauen und Männern nicht weiter als am Leben zu bleiben und hart zu arbeiten, manchmal um die Familie zu ernähren, oder für den Zugang zu Bildung. Junge Menschen erträumen nicht ihr eigenes Leben, sondern ein aufgedrücktes Modell des Lebens als KonsumentIn.

AkteurInnen der Gewalt

Heute macht die Situation des bewaffneten Konflikts in der Stadt Medellin Jugendliche zu AkteurInnen, die sich an den verschiedenen bewaffneten Gruppen beteiligen - und das ist auch, wie die Menschen Jugendliche wahrnehmen. Ein paar Zahlen mögen dabei helfen, die Bedeutung von Jugendlichen in der Stadt zu verdeutlichen: ca. Ein Viertel der Bevölkerung Medellins sind Jugendliche, ungefähr eine halbe Million Menschen, und Jugendliche stellen die Mehrheit der auf 9.000 Mitglieder geschätzten 200 bewaffneten Banden in der Stadt (einschließlich der Guerilla, Paramilitärs, und organisierter Kriminalität).

Die sozialen Probleme, die sich auf Jugendliche auswirken, werden zunehmend schärfer: Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung, Zugang zu einer annehmbaren Ausbildung, das Stigma der Erwachsenenwelt und der Institutionen, die vorgeben, Gewalt durch die Einschränkung von Freiheit zu reduzieren - z.B. Durch die Verhängung eines Ausgangsverbot für Minderjährige. Das fördert und verselbstständigt das Image von Jugendlichen als AkteurInnen der Gewalt - sowohl tatsächlich als auch potentiell.

Die Maßnahmen des Bürgermeisters, Freiheit einzuschränken, berühren das Problem nicht.

Zwischen dem 1. Januar und 15. Juni diesen Jahres gab es 1.690 Morde - davon 873 (49%) an Jugendlichen zwischen 14 und 25 Jahren (817 Männer und 56 Frauen).

Die Erzeugung von Angst

Dieser Konflikt erzeugt Brüche, zementiert Angst, und stärkt Gleichgültigkeit. Er führt zu Abstand und Misstrauen zwischen Menschen, entzieht Beziehungen den Boden, und reduziert die Werte von Freundschaft und Liebe.

Eine Strategie ist die Erzeugung von Panik, so dass den bewaffneten Gruppen Gehorsam geleistet wird. Eine der Drohungen, die an Hauswände gemalt wird, ist z.B. „gehorsame Kinder werden von ihren Eltern zu Bett gebracht; ungehorsame von uns" („uns" steht hier für Paramilitärs); „wir töten alle Kröten" (als Hinweis auf KollaborateurInnen).

Ein Aktivist des Red Juvenil (Jugendnetzwerk), der sich selbst in 1998 als Kriegsdienstverweigerer erklärt hat, schreibt über sein Viertel, dass „wir üblicherweise zu einer Dämmerungsmelodie aufwachen, in der der Lärm der Autos sich mit den Schritten der StudentInnen mischt, die nicht zu spät zum College kommen wollen, und mit den Schüssen, Schreien und Sirenen der Polizeipatroullen, und mit dem Klatsch der NachbarInnen, wer denn der tote Mann war, und warum er ermordert wurde."

Die Situation in den Stadtvierteln erscheint manchmal als so normal, dass es Angst auslöst; wir sind im wesentlichen passive EmpfängerInnen von Informationen, die wir nicht verarbeiten können, da unsere kritischen Sinne schlafen.

Jugendorganisationen im Konflikt

Basisorientierte Jugendarbeit ist schwer, da die bewaffneten AkteurInnen Jugendliche zwingen, sich zu ihren Waffen zu verhalten.

Ein Aktivist hat das wie folgt beschrieben: „In diesem Abschnitt gibt es das Sprichwort 'entweder schicke einen jungen Mann in den Krieg, oder verlasse diesen Abschnitt' ...

Tausende von Jugendlichen sind gezwungen, sich an dem Netzwerk paramilitärischer Kontrolle, das in der Stadt aufgebaut wird, zu beteiligen". In Abschnitt 13 musste eine der Jugendgruppen erste Hilfe lernen, da Verletzungen als Folge der Konfrontationen nicht im Gesundheitszentrum behandelt werden können.

Andere Jugendgruppen mussten den Wünschen der Paramilitärs folgen, die vorschreiben, was getan werden kann, wie es getan werden muss, und die manchmal auch Ressourcen bereitstellen.

Andere Jugendliche leben mit dem Zweifel, wie sie das werden können, was sie wollen.

Wenn sie in einem Viertel leben, in dem die Militia mit der Guerilla verbunden ist, dann haben sie keine grosse Chance, da die Sicherheitskräfte alle Jugendlichen des Viertels als mit der Militia verbunden ansehen, und damit als militärisches Ziel und als Feind im Kampf.

Der bewaffnete Konflikt berührt uns in vielen Bereichen, vom Verlust uns nahestehender Personen bis zur Gefahr für unser eigenes Leben. Er begrenzt unsere Erfüllungsmöglichkeiten und unsere Freiheit, dahin zu gehen, wohin wir wollen. Er begrenzt den Studenten, der von jemanden in einem anderen Abschnitt eingeschüchtert wird, öffentlichen Raum zu nutzen; er wirkt sich auf die Autonomie von Jugendgruppen aus, frei ihre lokalen Aktivitäten durchzuführen. Doch über all dem schiebt er den Traum zu Leben - und tatsächlich zu Leben - in Würde zu Leben an die Seite.

Was entwickelt Red Juvenil?

In den letzten 12 Jahren hat Red Juvenil seine Arbeit mit Vorschlägen für Leben und Widerstand in einer Gesellschaft mit militaristischen und patriarchalen Traditionen entwickelt, die wir nicht fortschreiben wollen, und an denen wir nicht teilhaben wollen.

Wir verweigern die Teilnahme an jeglicher Armee aus unserer Überzeugung heraus, dass keine Armee den Frieden verteidigen kann.

Wir verweigern die Beteiligung an diesem Krieg, diejenigen zu sein, die sich einreihen und ihr Leben geben für ein gesellschaftliches Projekt, das nicht dem entspricht, was wir für uns selbst erträumen.

Wir haben daher zahlreiche Aktionen unternommen, um Alternativen zum Militär und den Werten, die eine militaristische Kultur fördert - Patriarchat, Konkurrenz und Ausschluss - zu propagieren. Am 20. Juli, während einer Parade zum Unabhängigkeitstag, haben sich 30 von uns Zugang zum Stadion verschafft, in dem die Parade endete, und als gewaltfreie Aktionen einen Raum für kooperative Spiele geschaffen, und die Menschen eingeladen, teilzunehmen und zu spielen, zu spielen zur Entspannung, zu spielen um zu widerstehen.

Viele Kinder fanden das viel attraktiver als das offizielle Programm. Wir entwickeln derzeit Strategien, um Jugendliche zu befördern, sich der Beteiligung am Krieg zu verweigern, ohne zu schweigen, sondern im Gegenteil, an ihren eigenen Alternativen zu arbeiten. Zum Beispiel bemühen wir uns ständig einen Eindruck davon zu erhalten, wie Jugendliche, die in Vierteln leben, in denen die Konfrontation am sichtbarsten ist, den Konflikt in ihrem Alltag leben. Durch diese Information erwarten wir, dass viele Jugendliche sich wiedererkennen, und begreifen, dass es viele Menschen gibt, die wie sie selbst sich nicht an diesem Krieg beteiligen wollen. Ausserdem wollen wir die Aufmerksamkeit darüber, was in Kolumbien geschieht, in andere Teile der Welt tragen, denn die Massenmedien verschweigen das.

Aktive Gewaltfreiheit

Wir koordinieren uns mit anderen Jugend- und Nachbarschaftsgruppen, um Widerstand gegen Krieg zu stärken und sichtbarer zu machen. Derzeit arbeiten wir gemeinsam mit Organisationen aus Cali, Puebla Nueva und Villa Rica (Cauca), Bogota und Medellin an einer Kampagne.

Das sind nicht nur Jugendgruppen, sondern auch Frauen-, Indigena- und Nachbarschaftsorganisationen.

Neben der Propagierung der Werte aktiver Gewaltfreiheit und direkter Aktion gegen Krieg ist unser Ziel, dass mehr junge Menschen das „warum?" dieses Krieges, der abseits der Massenmedien geführt wird, verstehen - wer profitiert? Wer stirbt? - und die Werte des Widerstandes gegen die Teilnahme am Krieg.

Die Jugendlichen, die sich weigern an einem Krieg teilzunehmen, der im Namen aller geführt wird, vertreten auch Interessen einiger anderer Menschen an, derjenigen, die gegen einen Krieg sind, der Blut, Körper und Tränen fordert, derjenigen, die sich weigern die Situation von Tod, Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Verzweiflung, einer Welt, die auf Leichen aufgebaut ist, zu akzeptieren. Wir widerstehen dem Glauben, dass, wenn Du Träume hast, Du Waffen brauchst, um diese zu verwirklichen.

Doch wir widerstehen nicht, der Vorstellung einer Gesellschaft ohne Armeen und Waffen zu folgen, in der Träume schaffen, doch nicht hinrichten. Wir widerstehen nicht dem Bedürfnis zu leben und zu tanzen. Daher sagen wir, dass wir alles geben, um zu leben und die Welt zu schaffen, die wir wollen.

Adriana Castaño koordiniert das Menschenrechtsprogramm des Red Juvenil in Medellin.

15. Mai - weltweit Ein unvollständiger Überblick über weltweite Aktivitäten zum 15. Mai.

Grossbritannien

Am 15. Mai gibt es eine Gedenkveranstaltung für KDVer am Tavistock Square im Zentrum Londons. Die Veranstaltung beginnt um 12 Uhr. Kontakt: Conscience, Archway Resource Centre, 1b Waterlow Rd, London N19 5NJ; tel +44 20 7561 1061; fax +44 20 7281 6508; email info@conscienceonline.org.uk

Kolumbien

Red Juvenil organisiert ein landesweites KDV-Treffen in Medellin vom 14.-16. Mai. Kontakt: Redes Juveniles A.A.52-215, or Calle 47 N 40 53, Medellín; tel +57 4 2923234; email redjuvenil@colomsat.net.co; website www.redjuvenil.org/

Bundesrepublik Deutschland

Am 15. Mai wird es in Münster eine Demonstration geben, bei der türkisch-kurdische KDVer in Deutschland ihre KDV erklären werden. Die Demo beginnt um 11 Uhr am Prinzipalmarkt in Münster, und geht zum türkischen Konsulat. Am Abend vorher gibt es eine Diskussionsveranstalung in der ESG, Breul 43 in Münster, Beginn 19:30 Uhr. Kontakt: Redaktion Graswurzelrevolution, Breul 43, 48143 Münster; tel. +49-251-48290- 57; fax +49-251-48290-32; email redaktion@graswurzel.net; website www.graswurzel.net

Türkei

Das "erste traditionelle Militourism Festival" findet am 15. Mai in Istanbul statt. Das Festival beinhaltet eine Tour, ein Konzert, und eine Ausstellung, alles zu Symbolen des Militarismus in Istanbul, und Symbolen des Widerstands KDVer. Die Tour beginnt um 11 Uhr am Bahnhof Haydarpasa. Kontakt: Istanbul Antimilitarist Initiative, tel +90-546-7127931, email iami@savaskarsitlari.org; website www.savaskarsitlari.org

USA

Das Center on Conscience and War organisiert am 15. Mai einen Tag mit Workshops zu KDV, Antimilitarismus, Anti-Rekrutierung und Kriegssteuerverweigerung, der in der Church of the Brethren in Washington DC, stattfinden wird. Am 14. Mai gibt es einen Lobby-Tag mit Schwerpunkt auf Aufklärung des Kongresses über KDV und Wehrpflicht. Kontakt: Center on Conscience and War, 1830 Connecticut Avenue NW, Washington, DC 20009, tel +1-202-483-2220, fax +1-202- 483-1246, email tsitther@nisbco.org; website www.nisbco.org

Wo ist Deine Aktion? Was hast Du am 15. Mai gemacht? Schreib uns!

KDV-Kontake und WRI in Lateinamerika

Dies ist eine unvollständige Liste von Gruppen, die zu KDV arbeiten.

Brasilien

Chile

Kolumbien

Ecuador

Mexiko

Peru

Uruguay

Kriegsdienstverweigerung in Lateinamerika: Ein kurzer Überblick

(1) Mexiko

Wehrpflicht besteht für Männer von 18-40. Einberufung erfolgt per Los, da aus einem Pool von 975.000 Männern, die das Wehrpflichtalter erreichen, lediglich 60.000 einberufen werden. KDV ist nicht anerkannt.

(2) Belize

Seit der Unabhängigkeit des Landes 1981 hat es nie eine Wehrpflicht gegeben. Das Recht auf KDV ist nicht anerkannt.

(3) Guatemala

Ein neues Gesetz für einen allgemeinen BürgerInnendienst wurde im Mai 2003 verabschiedet. Es erlaubt einen freiwilligen Dienst in der Armee oder sozialen Einrichtungen für Männer und Frauen von 18-24. Sollte der Bedarf durch Freiwillige nicht gedeckt werden können, werden zusätzliche Personen per Los bestimmt.

Auch diese können die Art des Dienstes wählen.

Ein Recht auf KDV existiert nicht, was nur für diejenigen ein Problem ist, die erst freiwillig der Armee beitreten, und sich dann für KDV entscheiden.

(4) El Salvador

Die Wehrpflicht wurde seit dem Friedensvertrag von 1992 nicht umgesetzt.

Das Recht auf KDV ist nicht anerkannt.

(5) Honduras

Die Wehrpflicht wird derzeit nicht umgesetzt.

Artikel 276 der Verfassung von 1982 wurde 1995 vom Kongress geändert; er etabliert einen freiwilligen Militärdienst für über 18-jährige in Friedenszeiten und fordert die Anpassung des Militärdienstgesetzes von 1985. Die Regierung behauptet, das der „Militärdienst jetzt freiwillig und ausbildungsorientiert ist", und dass es „keine allgemeine Wehrpgflicht gibt". Das Militärdienstgesetz von 1985 ist jedoch noch nicht geändert worden, und seit 1994 ist auch kein anderes Gesetz verabschiedet worden.

Das Recht auf KDV ist nicht anerkannt.

(6) Nicaragua

Die Wehrpflicht wurde 1990, nach den Friedensvereinbarungen und der Wahl einer neuen Regierung, abgeschafft. Es gibt jedoch kein Recht auf KDV für professionelle Soldaten. Das Armee hat ca. 17.000 Mitglieder.

(7) Costa Rica

Das Land hat keine Armee, aber es gibt eine paramilitärische Polizei. Die Guardia Civil wurde von MilitärexpertInnen als auf die niedrigste Ebene umstrukturierte Armee bezeichnet, und gilt als eine der am besten trainierten Einheiten Lateinamerikas. Zusätzlich hat sie ein System militärischer Ränge und hightech- Waffen. Die Veröffentlichung eines geheimen Waffendeals der Guardia Civil führte 1997 zu einer breiteren öffentlichen Diskussion.

(8) Panama

Die Wehrpflicht ist in der Verfassung enthalten, wird aber nicht umgesetzt. Nach der US-Invasion 1989 wurde die Armee des Landes aufgelöst. Die Rekrutierung zu paramilitärischen Einheiten und zur Polizei beruht auf Freiwilligkeit.

(9) Kuba

Wehrpflicht besteht theoretisch für alle BürgerInnen von 18-50, doch in der Praxis nur für Männer. Der Wehrdienst wird in der kubanischen Armee oder in der nationalen revolutionären Polizei abgeleistet, die dem Innenministerium untersteht. Der Wehrdienst dauert 3 Jahre, gefolgt von Reservedienst, der 45 Tage militärisches Training pro Jahr beinhaltet.

Das Recht auf KDV ist nicht anerkannt.

Es gibt wenig Informationen zur Praxis. Nach Angaben von Zeugen Jehovahs werden nur wenige Zeugen Jehovahs letztlich inhaftiert.

(10) Ecuador

Wehrpflicht besteht. Alle Männer über 18 unterliegen der Wehrpflicht. Auch Frauen können wehrpflichtig sein, wenn die Landesverteidigung dies erfordert. Aufgrund der Grenzstreitigkeiten zwischen Peru und Ecuador wurde 1997 die Einberufung von Frauen erwogen.

Der Wehrdienst dauert 1 Jahr. Alle Männer von 18-55 werden als Angehörige der Armeereserve betrachtet, selbst wenn sie nie Wehrdienst geleistet haben. Alle militärischen Pflichten enden mit 55. Jungen und Mädchen im 5. Jahr der Sekundarschule müssen einen vormilitärischen Kurs absolvieren, wenn sie einen Abschluss machen wollen. Er dauert ein Jahr und beinhaltet, an Samstagen in Kasernen zu helfen, sowie militärische Ausbildung.

Nach Artikel 108 des Militärdienstgesetzes können KDVer anerkannt werden. Die ecuadorischen KDV-Gruppen raten jedoch nicht dazu, Artikel 108 zu nutzen, da er KDV nicht wirklich anerkennt und es keinen wirklich zivilen Ersatzdienst außerhalb der Armee gibt.

(11) Kolumbien

Wehrpflicht besteht. Alle Männer von 16- 28 unterliegen der Wehrpflicht. Der Wehrdienst dauert für die, die eine sekundäre Schule absolviert haben, ein Jahr, sonst 2 Jahre.

Diejenigen, die keine sekundäre Schule besuchen, unterliegen der Gefahr der Zwangsrekrutierung. An Bushaltestellen, auf Marktplätzen und in Straßen sammelt das Militär Jugendliche auf. Diejenigen, die nicht nachweisen können, dass sie eine Militärakte haben, oder einen Befreiungsgrund, werden zum Einberufungsbüro gebracht.

KDV ist nicht anerkannt, auch wenn die Verfassung die Gewissenfreiheit anerkennt. KDVer haben keine eindeutige Garantie, dass sie nicht einberufen werden.

Sie müssen ihren Dienst entweder in der Polizei oder als Gefängniswachen ableisten, oder sie müssen desertieren und sich verstecken. Wenn sie sich weigern Militärdienst zu leisten, dann können sie wegen Desertion angeklagt und eingesperrt werden.

(12) Venezuela

Wehrpflicht besteht. Alle Männer von 18- 50 müssen einen zweijährigen Militärdienst ableisten. Alle Männer sind gesetzlich verpflichtet, sich bei Erreichen des 18. Lebensjahres für den Militärdienst zu registrieren. In der Praxis registrieren sich viele nicht. Von denen, die sich registerien, werden nur 20% einberufen.

Rekrutierung findet in der Öffentlichkeit an Plätzen statt, wo sich viele Menschen versammeln, wie Kinoeingängen, Schulen, und auf Märkten. Rekrutierungsoffiziere, manchmal in zivil, und unterstützt von Polizei, 'überprüfen die Papiere' und zwingen dann Rekruten willkürlich in Busse zu den Kasernen.

Das Recht auf KDV ist nicht anerkannt.

(13) Guyana

Wehrpflicht besteht nicht. Es wird angenommen, dass das Recht auf KDV in der Verfassung von 1980 enthalten ist, doch es ist nicht bekannt, ob es ein entsprechendes Gesetz gibt.

(14) Suriname

Seit der Unabhängigkeit 1972 hat es nie eine Wehrpflicht gegeben. Die Rekrutierung ist freiwillig, doch es gibt keine Informationen zur Praxis.

(15) Französisch-Guyana

Französisches Überseedepartment. Kein eigenes Militär.

(16) Peru

Wehrpflicht besteht. Alle 17-jährigen, Frauen und Männer, müssen sich registrieren, um eine Militärdienstkarte zu erhalten. Nach der Registrierung untergehen Wehrpflichtige einer eingehenden medizinischen Untersuchung.

Danach wird in einer Lotterie entschieden, welche Wehrpflichtigen werden oder werden nicht 'ausgewählt'. Der Militärdienst dauert 2 Jahre.

Das Recht auf KDV ist nicht anerkannt.

(17) Brasilien

Wehrpflicht besteht für Männer ab 19, doch werden in der Praxis nur 10% einberufen. Entsprechend der Verfassung muss das Militär einen Ersatzdienst für KDVer anbieten. Ein solcher Dienst ist jedoch weder wirklich zivil, noch für KDVer akzeptabel, der er von der Armee verwaltet wird.

(18) Bolivien

Wehrpflicht besteht. Alle Männer ab 19 Jahren müssen Militärdienst leisten, der ein Jahr dauert. Männliche Studenten, die in der Stadt leben und sich im 4. Jahrgang befinden, müssen einen vormilitärischen Dienst ableisten, der militärisches und ziviles Training an Wochenende beinhaltet. 1998 wurde vormilitärisches Training für Frauen in Grenzregionen eingeführt.

(19) Paraguay

Wehrpflicht besteht. Alle Männer von 18-50 müssen einen Wehrdienst ableisten, der ein Jahr dauert (2 Jahre in der Marine). In Kriegszeiten müssen Frauen das Militär unterstützen.

Artikel 37 und 129 der Verfassung von 1992 erkennen das Recht auf KDV an. Alle Wehrpflichtigen können erklären, dass sie KDVer sind, doch da das verfassungmässige Recht durch kein Gesetz umgesetzt wird, gibt es kein Anerkennungsverfahren.

(20) Chile

Wehrpflicht besteht. Alle Männer von 18- 45 unterliegen der Wehrpflicht, und müssen einen Wehrdienst von 8-12 Monaten in der Armee oder Luftwaffe, 6 oder 8-18 Monaten in der Marine, ableisten.

Es gibt keine rechtliche Prozedur für Kriegsdienstverweigerer. Am 28. August 1997 haben 14 KDVer bei einem Notar eine Erklärung zur KDV unterzeichnet, verbunden mit einer offiziellen Anfrage an den Generalsekretär für Mobilisierung, ihnen das Recht auf KDV zuzusprechen. Auch wenn die chilenische Regierung Anfragen von BürgerInnen theoretisch innerhalb von 15 Tagen beantworten muss, so gab es doch keine Antwort. Auf eine Beschwerde beim Verteidigungsministerium hin erhielten sie die Antwort, dass dies nicht innerhalb der Kompetenzen des Ministeriums liegen würde.

Derzeit ist auch eine Petition von 3 chilenischen KDVern bei der Inter-Amerikanischen Menschenrechtskomission anhängig (Petition 12.219).

(21) Argentinien

Auch wenn die Verfassung die Wehrpflicht beinhaltet, so wurde sie doch seit 1994 nicht umgesetzt. Der Militärdienst beruht auf Freiwilligen. Wenn es nicht genug Freiwillige gibt, so erlaubt das Gesetz jedoch der Regierung, die Wehrpflicht einzuführen.

Sollte die Regierung die Einführung der Wehrpflicht beschließen, so besteht das Recht auf KDV, mit zivilem Ersatzdienst. Derzeit ist das Theorie.

(22) Uruguay

Es gibt keine Wehrpflicht. Auch wenn das minimale Rekrutierungsalter bei 18 Jahren liegt, akzeptieren doch 3 militärische Schulen 15-jährige Jungen und Mädchen, und bereiten sie auf eine militärische Karriere vor. Sie bieten Kurse für PilotInnen und für Steuermänner bei der Marine an.

Es gibt keine anderen Schulen in Uruguay, die Kurse für (nicht-militärische) Piloten oder Steuermänner anbieten.

Das Recht auf KDV ist nicht anerkannt.

Das Zerbrochene Gewehr

Das Zerbrochene Gewehr ist der Rundbrief der War Resisters' International, und wird normalerweise in Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch veröffentlicht.

Dies ist Ausgabe Nr. 61, Mai 2004.

Diese Ausgabe des Zerbrochenen Gewehrs wurde produziert von Andreas Speck, unter Mithilfe von Ni Casco Ni Uniforme, Red Juvenil, und vielen anderen, die Informationen beigesteuert haben.

Diese Ausgabe wurde durch die finanzielle Unterstützung des DFG-VK Bildungswerk Hessen, Stiftung Umverteilen, X min Y und The Joseph Rowntree Charitable Trust ermöglicht.

Für weitere Exemplare dieses Zerbrochenen Gewehrs wende Dich bitte an das Büro der WRI, oder downloade sie von unserer Website.

War Resisters' International, 5 Caledonian Road, London N1 9DX, Grossbritannien
tel +44-20-7278 4040 fax +44-20-7278 0444 concodoc@wri-irg.org http://wri-irg.org/

Das Zerbrochene Gewehr in anderen Sprachen

Das Zerbrochene Gewehr wird normalerweise in Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch veröffentlicht.Papierausgaben in der von Dir bevorzugten Sprache kannst Du beim WRI-Büro in London bestellen. Eine PDFDatei kann von der WRIWebsite heruntergeladen werden. Du kannst gerne selbst Kopien machen.

Die WRI ist von Freiwilligen abhängig, um Das Zerbrochene Gewehr und andere Materialien zu übersetzen. ÜbersetzerInnen werden immer gebraucht. Danke!

Spende an die War Resisters' International

Wie kann an die WRI gespendet werden?

Danke für Deine Unterstützung!

Mitmachen! Unterstützung von KDVern im Gefängnis

In vielen Ländern ist Gefängnis noch immer das Schicksal für Kriegsdienstverweigerer. Tausende von KDVern befinden sich im Gefängnis - in Südkorea, Israel, Finnland und vielen anderen Ländern.

Obwohl viele Länder Gesetze zur KDV eingeführt haben, sehen sich viele KDVer dem Gefängnis gegenüber, da sie entweder nicht den Kriterien der Behörden entsprechen, oder sich weigern, jegliche Art von Ersatzdienst zu leisten.

Die War Resisters' International unterstützt Kriegsdienstverweigerer, die aufgrund ihrer KDV inhaftiert sind oder sich Repressionen von Seiten des Staates oder staatsähnlicher Gebilde ausgesetzt sehen. Co-alerts, verschickt per email (in Englisch) sobald das WRI-Büro Informationen über die Inhaftierung oder Gerichtsverhandlung eines Kriegsdienstverweigerers erhält, sind ein machtvolles Mittel, um Unterstützung und Protest zu organisieren.

Co-alerts gibt es per email (abonnieren unter http://lists.wri-irg.org/sympa/co-alert) oder im internet unter http://www.wri-irg.irg/cgi/news.cgi.

Das WRI-Büro braucht auch mehr Informationen über die Inhaftierung von KDVern in aller Welt.

Wende Dich an: War Resisters' International 5 Caledonian Rd, London N1 9DX, Grossbritannien
tel +44-20-7278 4040 fax: +44-20-7278 0444 email concodoc@wri-irg.org http://wri-irg.org/cgi/news.cgi

War Resisters' International: eine gewaltfreie Bewegung für die Abschaffung des Krieges

Die War Resisters' International (Internationale der Kriegs-dienstgegner/innen) wurde 1921 unter dem Namen "Paco" gegründet. Grundlage war und ist die WRI-Erklärung: "Krieg ist ein Verbrechen gegen die Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und für die Beseitigung aller seiner Ursachen zu kämpfen." Die War Resisters' International besteht, um gewaltfreie Aktionen gegen Kriegsursachen zu propagieren, und um Menschen auf der ganzen Welt zu unterstützen und zu-sammen zu bringen, die sich der Beteiligung an Krieg oder der Vorbereitung von Krieg verweigern. Auf dieser Basis arbeitet die WRI für eine Welt ohne Krieg.

Gewaltfreiheit

Die WRI bekennt sich zur Gewaltfreiheit. Für einige ist Gewaltfreiheit eine Lebensweise. Für uns alle ist sie eine Aktionsform, die das Leben bejaht, sich gegen Unterdrückung ausspricht und den Wert einer jeden Person anerkennt.

Gewaltfreiheit kann aktiven Widerstand, einschließlich Zivilen Ungehorsams, mit Dialog verbinden; sie kann Nicht-zusammenarbeit - den Entzug der Unterstützung für ein unterdrückerisches System - mit der konstruktiven Arbeit des Aufbaus von Alternativen verbinden.

Als eine Art sich in einem Konflikt zu engagieren stellt Gewaltfreiheit manchmal den Versuch dar, auch Versöhnung zu bringen: Stärkung der sozialen Strukturen, Stärkung derjenigen am Boden der Gesellschaft, und Einbeziehung von Menschen verschiedener Seiten in die Suche nach einer Lösung.

Nein zu Krieg

Die WRI wird niemals irgendeinen Krieg billigen, egal ob dieser Krieg durch einen Staat, durch eine "Befreiungsarmee" oder unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen geführt wird, oder ob er "humanitäre militärische Intervention" genannt wird. Kriege, wie nobel die Rhetorik auch immer sei, dienen immer machtpolitischen oder öko-nomischen Interessen. Wir wissen, wozu Krieg führt - zu Leiden und Zerstörung, zu Vergewaltigung und organisiertem Verbrechen, zu Verrat an Werten und neuen Strukturen der Herrschaft.

Praktischer Antimilitarismus...

Photo: Red Juvenil

WRI-Mitgliedsorganisationen in der BRD:

Anti-Kriegs-Museum
Bruesseler Strasse 21, 13353 Berlin; Tel +49 30 4549 0110; Fax 417 29868; Email Anti-Kriegs-Museum@ gmx.de; Website www.anti-kriegs-museum.de/

Archiv Aktiv für gewaltfreie Bewegungen
Sternschanze 1, 20357 Hamburg; Tel +49 40 430 2046; Email post@archivaktiv.org; Website www.archiv-aktiv.org/

Deutsche Friedensgesellschaft -- Internationale der Kriegsdienstgegner (DFG-IdK)
Jungfrauenthal 37, 20149 Hamburg; Tel +49 40 453433; Email mail@dfg-idk.de; Website www.dfg-idk.de/

Deutsche Friedensgesellschaft -- Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)
Schwanenstrasse 16, 42551 Velbert; Tel +49 2051 4217; Fax 2051 4210; Email office@dfg-vk.de; Website www.dfg-vk.de/

Graswurzelrevolution
Breul 43, 48143 Münster; Tel +49 251 4829057; Fax 482 9032; Email redaktion@graswurzel.net; Website www.graswurzel.net/

Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung (IFGK)
Hauptstr 35, 55491 Wahlenau/ Hunsrueck; Tel +49 6543 980096; Fax 500636; Email BmuellerIFGK@aol.com; Website www.ifgk.de/

Internationale der KriegsdienstgegnerInnen -- Berlin (IdK-Berlin)
Gneisenaustrasse 2 a, Mehringhof, 10961 Berlin; Tel +49 30 693 8021; Fax 785 7803; Email beyerwolfram@ t-online.de; Website www.denk-stein.com/tilt/gruppen/idk/