Editorial

Viele von uns werden sich an die Hoffnungen erinnern, die mit der Unabhängigkeit Eritreas in den frühen 1990-er Jahren verknüpft waren. Ich selbst erinnere mich, über selbstständige Entwicklung gelesen zu haben, über die Bildung von Kooperativen und allgemein darüber, dass Eritrea einen Pfad verfolgte, der nicht von internationalen Institutionen wie der Weltbank abhängig war, die viele andere Länder in gewaltige Außenschulden trieb. Jedoch 14 Jahre später sieht die Lage völlig anders aus, und diese Ausgabe des ?Zerbrochenen Gewehrs? kann nur einen flüchtigen Blick auf das werfen, was gegenwärtig im Lande geschieht. Als die WRI zuerst Informationen von der Eritreischen antimilitaristischen Initiative erhielt, waren wir schockiert. Zwangsrekrutierungen und Gefängnis/ Hinrichtungen für junge Leute, Männer und Frauen, die sich dem Militärdienst verweigern, scheinen eine tägliche Erfahrung für die Jugend in Eritrea zu sein, mit dem Exil als einzige ?Alternative?. Die Kontakte der WRI in Afrika sind noch immer gering. Vor 4 Jahren, 2001, haben wir die Lage in Angola zum 15. Mai (Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerer) beleuchtet. Der Tag der Gefangenen für den Frieden 2005, mit einem Schwerpunkt auf Eritra ist daher eine gute Gelegenheit, afrikanische antimilitaristische Gruppen zu erreichen, wo es sie gibt. Die Artikel in dieser Ausgabe ? die Interviews mit KDVern ? zeigen sehr deutlich, wie dringend KDVer in Eritrea unsere Unterstützung brauchen. Mehr Information über die Situation in Eritrea liefert eine Dokumentation, die auf der Webseite der WRI zu finden ist: http://wri-irg.org/news/2005/eritrea-en.htm. Freie Fahrt zum Herunterladen und Verteilen.

Andreas Speck

War Resisters' International
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