Angehörige von KDVern verhaftet

Amnesty International berichtete am 28. Juli 2005 über die Verhaftung von mehreren hundert Angehörigen von Deserteuren oder Kriegsdienstverweigerern. Die Verhaf- tungen ereigneten sich in der Region Debub im Süden Eritreas seit dem 15. Juli.

Amnesty International berichtet: "Bei den Festgenommenen handelt es sich um Väter, Mütter oder andere Verwandte von Männern und Frauen über 18 Jahren, die entweder seit 1994 der Einberufung zum Wehrdienst nicht nachgekommen sind oder das Pflichtschuljahr im Militärausbildungslager Sawa nicht absolviert haben, oder die ihre Armeeeinheit oder das Land illegal verlassen haben. Den Familienangehörigen wird zur Last gelegt, sie bei der Vermeidung des Wehrdienstes unterstützt oder ihre Flucht ins Aus- land ermöglicht zu haben. Behördenvertreter sollen den inhaftierten Verwandten angeboten haben, sie gegen eine Kaution zwischen 10.000 und 50.000 Nakfa (ca. 500 - 2.500 Euro) freizulassen, wenn sie sich verpflichten, ihre wehrpflichtigen Angehörigen an die Behörden zu übergeben."

Die Inhaftierten werden in verschiedenen Gefängnissen festgehalten. "Einige der im Gefängnis der Stadt Adi Keih Inhaftierten sind Berichten zufolge aus Protest gegen ihre Festnahme in den Hungerstreik getreten und wurden in das Militärlager Mai Serwa unweit der Hauptstadt Asmara verlegt."

Amnesty International, 28.07.2005