Gegen die Militarisierung der Jugend

Start Datum: 
8 Jun 2012 - 10 Jun 2012

Internationale Fachtagung, Deutschland 2012

Darmstadt, 8.-10. Juni 2012

"In Europa, und zu einem gewissen Grade auch global, gibt es derzeit zwei Trends, die beide zur zunehmenden Militarisierung der Jugend beitragen. Der erste Trend ist das Ende (oder, korrekter, die Aussetzung) der Wehrpflicht in den meisten Ländern Europas seit 1990. Der zweite Trend ist der einer zunehmenden "Normalisierung von Krieg" durch den 'Krieg gegen Terror' und den Einsatz von Militär als Mittel der Politik. Beide Trends stärken sich gegenseitig in der Militarisierung der Jugend von klein an - und wir sind entschlossen, dagegen zu arbeiten."

Das Projekt, in dessen Rahmen ein internationales Treffen in Deutschland, sowie eine Publikation geplant sind, will AktivistInnen aus der ganzen Welt zusammen bringen.

Ziel ist es, ein regionales und internationales Netzwerk kooperierender antimilitaristischer Organisationen zu schaffen. Mit der Konferenz geht es uns darum, die Arbeit gegen die Militarisierung der Jugend in Europa (und darüber hinaus) zu stärken, indem die Möglichkeit geschaffen wird, Erfahrungen aus der Arbeit auszutauschen und die Vernetzung und den Austausch regional und international zu stärken.

Themen

Die Militarisierung der Jugend nimmt vielfältige Formen an. Das Projekt strebt an, die unterschied­lichen Arten der Militarisierung der Jugend zu analy­sieren, und Strategien des Widerstandes gegen die Militarisierung der Jugend zu beleuchten.

Auch wenn wir verschiedene Fragestellungen und Formen des Widerstandes identifiziert haben, so streben wir auch an zentrale Themen der Analyse in allen Themen mit einzubringen, einschliesslich von:

  • Klasse,
  • Rassismus,
  • Ethnizität.

• Nationalismus und Patriotismus:

Die Priviligierung des Militärs ist ein normaler und unverzichtbarer Bestandteil der Aufrechterhaltung des Nationalstaates. Wie kann die Legitimität der Kritik von Gewalt verteidigt werden, wenn sie als Bedrohung nationaler Sicherheit deligitimiert wird, und als Gefahr für die Gesellschaft präsentiert wird?

• Kultur des Militarismus:

Die Teilnehmenden werden mit einem 'Mapping' der glo­balen Kultur des Militarismus beginnen, und Strategien gegen die kulturelle Dominanz des Militarismus austau­schen sowie das Angebot friedlicher und gewaltfreier Alternativen diskutieren.

• Rekrutierungsstrategien des Militärs:

Diskussionen zu den derzeitigen Rekrutierungsstrategien des Militärs werden sich durch die Konferenz ziehen. Hier geht es im wesentlichen um derzeitige und zukünftige Trends im Bereich der Rekrutierung.

• Militär im öffentlichen Raum:

Traditionalle und neue Arten der militärischen Nutzung öffentlicher Räume. Analyse der Situation und Entwicklung von Widerstandsstrategien.

• Militärische Männlichkeiten:

Wie unterminiert Militarismus Geschlechter und sexuelle Diversität mittels Geschlechterbinarität und der zuneh­menden Rekrutierung von Frauen und LGBTIQ-identifi­zierter Personen.

• Militär im Bildungswesen:

Zugriff des Militärs auf Schulkinder z.B. durch Kadetten /Jugendprogramme oder das Angebot schulischer und ausserschulischer Aktivitäten, sowie das Angebot von Stipendien des Militärs für das Studium.

Widerstand

Innerhalb der Friedens- und Antikriegsbewegung gibt es zahlreiche Ansätze gegen die militärische Präsenz und die Rekrutierungsstrategien des Militärs.

Während der Konferenz wird der Austausch zu und die Exploration von Strategien des Widerstandes gegen die Militarisierung des Jugend - sowohl in Europa als auch darüber hinaus - ein Schwerpunkt sein.

Themen des Widerstandes sind:

  • Militär raus aus unseren Schulen
  • Kriegsdienstverweigerung
  • Antirekrutierungsarbeit
  • Veteranen für den Frieden
  • Widerstand von Frauen und Queers
  • Arbeiten mit benachteiligten Jugendlichen zur Prävention der Rekrutierung

Registrierungsprozess

Das Ausfüllen des Formulars 'Registrierung von Interesse' bedeutet nicht automatisch, dass wir Dir einen Platz bei der Konferenz 'Gegen die Militarisierung der Jugend' garantieren können. Doch haben wir Deine Anschrift und können mit Dir über den Fortschritt des Projektes im Kontakt bleiben, und Dir einen Platz anbieten, sobald dies möglich ist.

Online-Anmeldung unter: http://wri-irg.org/de/shop/militarisierungderjugend

War Resisters' International

Die War Resisters' International ist eine internationale Organisation, die Kriegsdienstverweigerung und das Recht, das Töten zu verweigern, unterstützt.
Die WRI ist davon überzeugt, dass KDV ein Menschenrecht ist, und hat ebenfalls eine lange Tradition gewaltfreier Aktionen gegen Krieg und Kriegsursachen.
War Resisters' International,
5 Caledonian Rd, London N1 9DX, Grossbritannien
☎ +44-20-7278 4040
☎ +44-20-3355 2364
militarisierungderjugend@wri-irg.org
http://wri-irg.org/de

Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

Aus der 1892 gegründeten Deutschen Friedensgesellschaft (DFG) entstand durch den Zusammenschluss mit der Internationale der Kriegsdienstgegner (1968) und dem Verband der Kriegsdienstverweigerer (1974) die DFG-VK. Ihre Mitglieder erachten die Verweigerung aller militärischen und nicht-militärischen Kriegsdienste als einen konkreten Beitrag gegen den Krieg. Ziel der DFG-VK ist es, militärische Gewalt und Soldatentum zu ächten. Die DFG-VK will die vollständige weltweite Abrüstung und tritt für eine Abschaffung der Bundeswehr ein. Die DFG-VK ist Teil einer weltweiten Bewegung für Frieden, Gerechtigkeit und eine menschenwürdige Zukunft.

Bertha-von-Suttner-Stiftung

Seit ihrer Gründung als Stiftung der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) im Jahre 1993 setzt sich die Bertha-von-Suttner-Stiftung für die Förderung der Völkerverständigung, des Friedens und der internationalen Zusammenarbeit ein. Dabei sieht sie sich in der Tradition ihrer Namensgeberin, der Pazifistin Bertha von Suttner, die sich zum Ende des 19. Jahrhunderts mutig dem militaristischen Zeitgeist entgegenstellte, dessen Hintergründe kritisch analysierte und gegen die Aufrüstung und deren Folgen auftrat.

Die Auseinandersetzung mit den Ursachen von Kriegen, mit den Möglichkeiten zur Beseitigung dieser Ursachen, mit Wegen zur Abrüstung sowie die Entwicklung von alternativen Formen der zivilen Bearbeitung von zwischen- und innerstaatlichen Konflikten ist Zielsetzung der Bertha-von-Suttner-Stiftung.

Konferenz und Veranstaltungsort

Die Konferenz wird in Damstadt (ca. 20min von Frankfurt) stattfinden und wird von Freitag Abend am 8. Juni 2012 bis zum Sonntag Nachmittag am 10. Juni 2012 dauern. Wir haben den gesamten Veranstaltungsort für uns, mit Übernachtung, Verpflegung, Tagungsräumen, und einer entspannten Atomsphäre. Auch wenn es möglicherweise finanzielle Unterstützung gibt, so sollten TeilnehmerInnen von ca. 120€ für Teilnahme, Unterkunft und Verpflegung ausgehen. Mehr Informationen gibt es in Kürze.
Jugendhof Bessunger Forst e.V.
Aschaffenburger Straße 183-187
D-64380 Roßdorf

Kontakt

War Resisters' International,
5 Caledonian Rd, London N1 9DX, Grossbritannien
☎ +44-20-7278 4040
☎ +44-20-3355 2364
militarisierungderjugend@wri-irg.org
http://wri-irg.org/de

Mehr Information:

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